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Tödliche Verwechslung Aus Afghanistan gerettete Familie kocht in Auffanglager gesammelte Pilze – zwei Kinder sterben

Grüner Knollenblätterpilz
Der hochgiftige Grüne Kollenblätterpilz wird auch in Deutschland häufig mit essbaren Champignons verwechselt
© H. Duty / Picture Alliance
In Polen sind zwei Jungen im Alter von fünf und sechs Jahren an den Folgen einer Pilzvergiftung gestorben. Die Kinder gehörten zu einer gerade erst aus Afghanistan evakuierten Familie. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

In Polen ist das zweite Kind einer kürzlich aus Afghanistan in Sicherheit gebrachten Familie nach einer Pilzvergiftung gestorben. Das Leben des sechs Jahre alten Jungen konnte nicht mehr gerettet werden, teilte das zentrale Kinderkrankenhaus in Warschau am Freitag mit. Am Vortag hatte er noch eine Lebertransplantation erhalten. Der fünf Jahre alte Bruder des Jungen war am Donnerstag den Folgen der Vergiftung erlegen. Ein 17 Jahre altes Mädchen konnte aus der Klinik entlassen werden.

Die Familie war erst am 23. August in einem Auffanglager etwa 30 Kilometer südlich von Warschau eingetroffen. Einem Bericht des Nachrichtenportals "Oko.press" zufolge hatte Polen die zwölfköpfige Familie auf Bitten Großbritanniens aus Kabul ausgeflogen, da der Vater dort für die britische Armee tätig gewesen sein soll. 

Vergiftung durch Grünen Knollenblätterpilz verursacht

Einen Tag nach ihrer Ankunft in dem Auffanglager sei die Familie auf dem waldigen Gelände des Lagers Pilze sammeln gegangen und habe sich daraus eine Suppe zubereitet. Nach Informationen der Nachrichtenagentur PAP wurde die Vergiftung von Grünen Knollenblätterpilzen ausgelöst. Diese hochgiftigen Pilze werden auch in Deutschland häufig mit essbaren Champignons verwechselt.

Taliban in Afghanistan: Bundeswehrhelfer S. am Flughafen Kabul

Ein Sprecher der polnischen Ausländerbehörde wies am Freitag Medienberichte zurück, wonach die Flüchtlinge in der Unterkunft zu wenig zu Essen bekommen hätten. Am Tag nach ihrer Ankunft hätten die Afghanen ein Mittagessen aus zwei Gängen sowie Proviant erhalten. Die tägliche Verpflegung bestehe aus drei Mahlzeiten. 

Die Staatsanwaltschaft befragt inzwischen die Beschäftigten des Auffanglagers zum Hergang des Unglücks. Sie ermittelt wegen Fahrlässigkeit.

mod DPA

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