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Nach Hurrikan "Maria": Zwei-Mann-Firma sollte Stromnetz in ganz Puerto Rico reparieren - zu horrendem Stundenlohn

Eine Zwei-Mann-Firma aus dem Heimatort des US-Innenministers erhält einen 300-Millionen-Dollar-Vertrag zum Wiederaufbau des Stromnetzes in Puerto Rico. Reiner Zufall? Die Karibikinsel hat den umstrittenen Deal jetzt gestoppt.

Mehr als einen Monat nachdem Hurrikan "Maria" Puerto Rico heimgesucht hat, ist die Stromversorgung auf der Karibikinsel noch immer weitgehend lahmgelegt. Jetzt hat die staatliche Elektrizitätsgesellschaft die Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen WhitefishEnergy, das die Versorgung wiederherstellen sollte, beendet. Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares hatte zuvor am Sonntag die Kündigung des heftig umstrittenen Vertrages verlangt.

Stundenlohn von bis zu 380 Euro

Die Kosten des Abkommens zwischen dem hoch verschuldeten US-Außengebiet und der Firma aus dem US-Bundesstaat Montana wurden vielfach als deutlich zu hoch kritisiert, sein Volumen betrug 300 Million Dollar (etwa 260 Millionen Euro) - dabei hatte WhitefishEnergy bis zum Vertragsschluss nur zwei Angestellte. Der Deal erregte zudem Aufsehen, weil der Standort der Firma die Heimat von US-Innenminister Ryan Zinke ist. Er und der Manager der Energiefirma kennen sich zudem, der Sohn des Ministers hatte dort mal einen Job in den Sommerferien, wie unter anderem die "New York Times" berichtete.

Die US-Behörde für Katastrophenmanagement (Fema) äußerte außerdem "bedeutende" Bedenken gegen die im Vertrag vereinbarten Preise für die Dienstleistungen: So soll der Stundenlohn für die Arbeiter nach Angaben der "Washington Post" je nach Position zwischen 188 und 440 Dollar (etwa 162 und 380 Euro) liegen. Fema würde normalerweise einen Teil der Kosten für den Wiederaufbau und damit auch die Wiederherstellung des Stromnetzes übernehmen. Die Behörde warnte jedoch, dass sie sich weigern könnte, sollte der Vertrag gegen Vorschriften verstoßen.

WhitefishEnergy heuerte 300 Arbeiter an

US-Innenminister Zinke erklärte, er habe nichts mit der Vertragsvergabe zu tun gehabt. Die Elektrizitätsgesellschaft verteidigte sich den Medienberichten zufolge damit, dass sie nur schwer Vertragspartner finde, weil das puertoricanische Energieunternehmen Prepa insolvent sei und unter Gläubigerschutz stehe. WhitefishEnergy habe sich bereit erklärt, rasch zu arbeiten. Das US-Unternehmen hatte Anfang Oktober mit den Arbeiten begonnen und dafür 300 Arbeiter angeheuert - welche Schadenersatzforderungen nun anfallen, ist bisher noch unklar.

Gouverneur Rosselló hat versprochen, dass bis Weihnachten 95 Prozent der Insel wieder Strom haben sollen - die Kündigung des Vertrages könnte diese Pläne nun durchkreuzen. Überall wird derzeit versucht, mit Generatoren für ein paar Stunden am Tag Strom zu erzeugen. Fast alle Hotels sind geschlossen, da es keine Möglichkeit gibt, die Klimaanlagen bei der tropischen Hitze zu betreiben. Auch Internet und Telefon funktionieren nur notdürftig.

Hurrikan-Opfer in Puerto Rico: Peinlicher Auftritt: Trump wirft Hilfsgüter wie Basketbälle und spielt Schäden herunter

Puerto Rico war am 20. September von Hurrikan "Maria" schwer verwüstet worden. Die 3,4 Millionen Einwohner der östlich der Dominikanischen Republik liegenden Karibikinsel sind US-Bürger. Es hatte zuletzt massive Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump gegeben, er organisiere nicht genug Hilfe. Zudem sorgte eine Aktion während eines Besuchs in Puerto Rico für Stirnrunzeln: Im Stile eines Basketballspielers warf Trump Küchenpapierrollen in die Menge und feierte sich als Krisenmanager.

mad / DPA
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