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Drama um Shamima Begum: Schwangere IS-Teenagerin will zurück nach Großbritannien, um dort ihr Kind zu bekommen

Shamima Begum verließ Großbritannien, um sich in Syrien dem Islamischen Staat anzuschließen. Die heute 19-Jährige ist jetzt schwanger und will zurück in ihre Heimat. Ihre Familie richtet an die britische Regierung einen eindringlichen Appell.

IS-Frau Shamima Begum auf einem Familienfoto

IS-Frau Shamima Begum auf einem Familienfoto (Archiv)

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Shamima Begum verließ Großbritannien im Jahr 2015 zusammen mit zwei weiteren Schulfreundinnen, um sich dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Der Fall hatte damals international für Schlagzeilen gesorgt. In Syrien heiratete Begum einen IS-Kämpfer und brachte zwei Kinder zur Welt, die beide starben. Die heute 19-Jährige ist nun zum dritten Mal schwanger und befindet sich derzeit in einem Flüchtlingslager in Al-Hul im Nordosten Syriens.

Aus Sorge um das Leben ihres ungeborenen Kindes sei sie aus dem Herrschaftsgebiet des IS geflohen und will nun zurück nach Großbritannien. "Ich konnte es einfach nicht mehr aushalten", berichtete sie gegenüber Reportern der "Times". "Ich bin aus dem Kalifat geflohen. Alles was ich will, ist nach Hause nach Großbritannien zurückzukehren."

"Das ist die schwierigste Nachricht" - Shamimas Familie bittet Regierung um Hilfe

Der britische Innenminister Sajid Javid äußerte gegenüber der Zeitschrift Unverständnis über den Wunsch der jungen Frau. Er werde Menschen wie Begum, "die voller Hass auf unser Land sind", nicht zurückkehren lassen. Die 19-Jährige besitzt zwar einen britischen Pass. Die britische Regierung kann ihr damit formal nicht die Einreise verweigern. Allerdings droht Begum eine Festnahme an der Grenze.

In den Streit um die Rückkehr der jungen Frau hat sich nun auch ihre Familie eingeschaltet. Die "BBC" zitiert aus einem am Freitag veröffentlichten Statement, in dem sich Begums Angehörige in Großbritannien besorgt über die Situation der jungen Frau zeigen. Ihre Familie habe "jegliche Hoffnung" verloren, Shamima wieder lebend zu sehen. Da sie aus dem IS-Gebiet geflohen sei, würden ihr in Syrien nun Haft oder eine Hinrichtung drohen. 

"Jetzt wissen wir, dass Shamimas kleine Kinder gestorben sind - Kinder, die wir als Familie nie kennenlernen werden", heißt es in dem Statement weiter. "Das ist die schwierigste Nachricht." Die Familie bittet darum, Shamima nach Großbritannien einreisen zu lassen und verweist darauf, dass sie bei ihrer Ausreise erst 15 gewesen sei. Das ungeborene Kind sei frei von jeder Schuld und habe das Recht, in Frieden und Sicherheit aufzuwachsen.

IS-Frauen aus London

Kadiza Sultana, Amira Abase und Shamima Begum (v.l.n.r.) auf einem Handout der London Metropolian Police

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Shamima Begum verließ Großbritannien zusammen mit ihren Mitschülerinnen Kadiza Sultana (damals 16) und Amira Abase (damals 15). Kadiza Sultana starb offenbar bei einem Bombenangriff. Über das Schicksal des dritten Mädchens ist nichts bekannt.

Begum floh vor zwei Wochen aus der zerbombten syrischen Stadt Baghuz. Ihr Mann - ein niederländischer 26-jähriger Konvertit - ergab sich einer Gruppe syrischer Kämpfer. Die 19-Jährige fürchtet nun, ihn nie wieder zu sehen. Sie liebe ihren Mann sehr, sagte Begum gegenüber der "Times".

Terror-Experte

Quellen: Times / BBC

ikr