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Sierra Leone: Amateur-Schürfer findet einen der größten Diamanten aller Zeiten

In Sierra Leone hat ein Pastor einen riesigen Rohdiamanten geschürft. Der Fund dürfte ein Vermögen wert sein. Der Finder zeigte sich uneigennützig. Einen weiteren glücklichen Fund gab es in den USA.

Sierra Leone Diamanten Schürfer

Im District Kono von Sierra Leone suchen viele Schürfer nach Diamanten - gewerblich oder als Amateure (Archivbild). 

Was würden Sie machen, wenn Sie einen der größten Rohdiamanten finden würden, der jemals entdeckt wurde? Emmanuel Momoh aus Sierra Leone handelte so selbstlos, wie wahrscheinlich wenige Menschen es tun würden: Der Priester übergab den 706-Karat (141 Gramm) schweren Edelstein der Regierung des armen westafikanischen Landes, damit sein Erlös der Allgemeinheit zu Gute kommt. Der Stein könnte nach ersten Einschätzungen einen Platz unter zehn größten jemals gefundenen Diamanten einnehmen.

Diamant Sierra Leone

Das Büro des Präsidenten von Sierra Leone präsentierte den Diamanten auf seiner Webseite.

Momohs Fund dürfte also ein Vermögen wert sein - wieviel genau, können Experten aber erst nach einer Untersuchung von Reinheit und Färbung beziffern. Präsident Ernest Bai Koroma sagte zu, den Stein unter transparenten Bedingungen versteigern zu lassen und den Erlös der Allgemeinheit zugute kommen zu lassen. Koroma dankte außerdem dem Finder, dass er den Stein nicht zum Verkauf außer Landes schmuggelte. 

In der Region suchen viele Diamanten-Schürfer ihr Glück

Momoh predigt als Pastor in einer der Kirchen der Gegend, betätigt sich aber auch als Gelegenheitsschürfer. Den spektakulären Fund machte er in der Region Kono, wo viele arme Schürfer mit Schaufeln und zum Teil mit bloßen Händen nach Edelsteinen graben.
Dass solche Schürfer auf einen dermaßen großen Stein stoßen, ist sehr selten. Große Funde gelingen sonst meist in industriell betriebenen Minen, wo Maschinen große Mengen an Erz nach Diamanten durchsieben.


Diamanten sind für Sierra Leone Segen und Fluch zugleich

In Sierra Leone war schon 1972 mit dem "Stern von Sierra Leone" ein Riesendiamant aufgetaucht. Mit einem Rohgewicht von 969 Karat wurde dieser später in 17 Steine aufgeteilt. Diamanten von spektakulärer Größe sind selten. Rohedelsteine mit mehreren Hundert Karat werden nach ihrem Fund in der Regel zerteilt und geschliffen.

Sierra Leone mit rund sechs Millionen Einwohnern ist reich an Bodenschätzen. Der illegale Handel mit Diamanten hat aber auch einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg (1991-2002) mitfinanziert, dem Zehntausende Menschen zum Opfer fielen.

Sierra Leone Diamanten Schürfer

Im District Kono von Sierra Leone suchen viele Schürfer nach Diamanten - gewerblich oder als Amateure (Archivbild). 

USA: Teenager findet Diamanten in Nationalpark

Nicht ganz so spektakulär, aber immer noch glücklich, war der Fund eines 14-Jährigen: Während eines Familienausflugs hat er im US-Bundesstaat Arkansas einen 7,44 Karat schweren Rohdiamanten gefunden. Als er das Exemplar am Samstag im "Crater of Diamonds State Park" entdeckte, hatte er erst eine halbe Stunde lang gesucht, wie die Parkbetreiber am Donnerstag mitteilten. Im Park liegt eine Diamantenmine, die bei Hobby-Suchern als Attraktion gilt.

"Seine Farbe war so dunkel, dass wir uns nicht sicher waren, ob es ein Diamant ist", sagte der Vater des Glückspilzes. Einem Experten zufolge handelt es sich um einen "außergewöhnlichen Fund". Er werde den Diamanten als Souvenir behalten, sagte der 14-Jährige. Sein finanzieller Wert war zunächst nicht zu benennen, könnte aber mehrere Tausend Dollar betragen.

Der Diamant ist der siebtgrößte, der seit der Gründung des Parks im Jahr 1972 entdeckt wurde. Der größte, der jemals in den USA ausgegraben wurde, war 1924 "Uncle Sam" mit 40,23 Karat, der auch im "Crater of Diamonds" entdeckt worden war. 


rös/AFP/dpa
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