HOME

"Cara al Sol": Warum eine faschistische Hymne die spanischen Viral-Charts von Spotify stürmt

In Spanien hat es ein Remix der faschistischen Franco-Hymne "Cara al Sol" auf den 1. Platz bei Spotify geschafft und für einen Shitstorm auf Twitter gesorgt. Wie konnte das geschehen?

Menschen in Spanien feiern General Franco

Vier Jahrzehnte regierte General Franco Spanien mit eiserner Hand. Die Spanier tun sich mit diesem Teil ihrer Geschichte noch immer schwer. Nun ist seine Hymne bei Spotify zu den beliebtesten Songs gekürt worden - das sorgt für Ärger

Getty Images

Wer Algorithmen für sich arbeiten lässt, der muss wohl auch damit klar kommen, wenn das ganze nach hinten losgeht. Diese Erfahrung hat nun der Musikstreamingdienst Spotify in Spanien gemacht. Denn in die Liste der 50 aktuell erfolgreichsten viralen Hits hat es die faschistische Franco-Hymne "Cara al Sol" – zu deutsch "Gesicht zur Sonne" - geschafft. Inzwischen sogar auf den ersten Platz.

Die Parteihymne der Falange-Bewegung der 30er-Jahre wird in Spanien noch heute gern in rechtsextremen Kreisen gesungen. Aus dem Spanischen Bürgerkrieg ging die Bewegung siegreich hervor und unter General Franco in dessen "Movimiento Nacional" auf. 40 Jahre regierte Franco Spanien mit eiserner Hand, einer Zeit, die im nationalen Gedächtnis Spaniens noch nicht gänzlich verarbeitet ist. "Erhebt Euch, Geschwader, lasst uns siegen, auf dass für Spanien ein neuer Tag anbricht", heißt es darin. In dem nun virale Remix ist davon nicht viel zu hören. Die kämpferische Hymne ist ein instrumentaler Techno-Mix, aber dennoch leicht wieder zu erkennen. Doch es ist nicht die Tatsache, dass das Stück überhaupt bei Spotify zu finden ist. In Spanien ist sie nicht illegal und es gibt sie auf dem Streamingdienst in diversen Ausführungen. Es ist vielmehr besorgniserregend, dass sie aktuell scheinbar so viele Zuhörer findet.

Die Hymne wurde in Großbritannien hochgeladen

"Die Auswahl der Lieder erfolgt automatisch und setzt sich aus denen zusammen, die in den letzten Tagen ungewöhnlich häufig angehört wurden", erklärt ein Spotify-Mitarbeiter gegenüber der spanischen Website "Verne". Dabei würden hauptsächlich Daten aus Madrid, Barcelona, Sevilla, Valencia und Zaragoza - den fünf bevölkerungsreichsten Städten Spaniens - in die Zusammenstellung mit einfließen.

Der Nutzer Ausonix soll das Lied im Juli 2017 von einem Rechner in Großbritannien bei Spotify hochgeladen haben, zitiert "Verne" den Sprecher weiter.

"Beleidigung der Intelligenz"

In Spanien sorgt der Remix für Aufregung. "Ist das Euer Ernst? Wie kann diese Hymne es bis dorthin schaffen?", fragt Esther Milky*.


"Liebes Spotify, könnt ihr mir erklären wie "Cara al Sol" es in meine Liste der wöchentlichen Empfehlungen schaffen konnte?", fragt Carlos Bernuy-Lopez. "Es ist geschmacklos, dass ihr Lieder habt, die den Faschismus derart verteidigen." Er empfiehlt dem Streamingdienst, den "Dreck" so schnell wie möglich zu löschen, da es ihm selbst nicht möglich sei.


Marc S. Baeza findet es erschreckend, dass die Hymne überhaupt so viel gehört wird. "Ihr, die ihr die ihr 'Cara al Sol' auf Spotify gehört habt, erinnert euch daran, dass es eine faschistische Hymne ist. Dass sie auf Platz 1 der viralen Songs Spaniens steht, ist eine Beleidigung der Intelligenz. Spotify, wie könnt ihr so einen Müll überhaupt anbieten", echauffiert er sich.


"Spotify empfiehlt mir 'Cara El Sol (Remix)' von Ausonix. Da ist es wohl besser, wenn ich mir meine Lieder selber aussuche, oder?" schreibt Pedro García auf Twitter.


Franco-Symbole sind in Spanien nicht verboten

Doch Spotify richtet sich auch in Spanien nach den Empfehlungen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). "Wir nehmen das sehr ernst und entfernen jegliche Inhalte, die auf der Liste des BPjM stehen, aus unserem Angebot", so der Spotify-Mitarbeiter gegenüber "Verne". "Cara al Sol" würde aber nicht darunter fallen und daher auch nicht entfernt werden.

Denn anders als in Deutschland, wo rassistische und den Nationalsozialismus verherrlichende Inhalte verboten sind, sind in Spanien die Symbole des faschistischen Franco-Regimes erlaubt. Die Flagge der Bewegung darf gezeigt, die Hymne gehört werden. Ganz legal. "Cara al Sol" wird also weiterhin zu hören sein.

tyr
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.