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Kalifornien: Milliardär kauft und sperrt beliebten Strand - Aktivisten klagen

Darf ein Milliardär einen Strand für die Öffentlichkeit sperren? Diese Frage hat jetzt ein kalifornisches Gericht entschieden - für Superreiche wie den "Sun Microsystems"-Gründer Vinod Khosla gab es einen Dämpfer.

Der Strand "Martin's Beach" muss wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein, entschied das Gericht

Der Strand "Martin's Beach" muss wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein, entschied das Gericht

Der Traum vom Privatstrand ist ausgeträumt: Ein kalifornisches Gericht hat entschieden, dass Silicon-Valley-Milliardär Vinod Khosla den etwa einen Kilometer langen "Martin's Beach" wieder für die Öffentlichkeit freigeben muss. Das berichtet unter anderem der britische "Guardian". Damit endet vorerst ein jahrelanger Streit, der sich vordergründig um den Sandstreifen im Norden Kaliforniens drehte. Es ging aber auch immer um die Frage, was Superreiche sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten erlauben dürfen und was nicht.

Die Geschichte um "Martin's Beach" beginnt den Berichten zufolge 2008. Vinod Khosla, einer der Mitbegründer des einstigen IT-Giganten "Sun Microsystems" und laut "Forbes"-Liste damals rund 1,5 Milliarden Dollar schwer, habe sich für geschätzte 37,5 Millionen Dollar das etwa 20 Hektar große Gelände an der Pazifikküste einverleibt. Im Preis inbegriffen seien neben dem Sandstrand auch das Hinterland mit der Zufahrtsstraße gewesen.


Rund zwei Jahre lang sei alles gut gegangen: Väter seien mit ihren Kindern zum Angeln an das Meer gekommen, Surfer hätten Wind und Wellen in der von spektakulären Klippen umschlossenen Bucht genossen, Sonnenhungrige hätten sich auf dem feinen Sand gebräunt. "Martin's Beach" sei wie eh und je ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner der nahe gelegenen Metropolen San Francisco und San José gewesen.

Schilder verboten den Zugang zum Strand

2010 allerdings änderte sich laut "Guardian" alles: Fortan hätten Schilder rund um den Strand gestanden, die Besucher darauf hinwiesen, dass das Betreten verboten sei. Privatgrundstück. Sogar Sicherheitsleute sollen im Auftrag Khoslas patroulliert haben, um dessen Besitz vor den jetzt unerwünschten Besuchern zu schützen. Schluss mit angeln, surfen und sonnen. Der Milliardär wollte sein Land für sich haben - obwohl er sich angeblich nur selten selbst dort blicken ließ. Der Strand geriet zum Symbol für eine Kaste Superreicher, die sich von den Normalsterblichen abgekoppelt haben. 


Es regte sich Widerstand, die Regierung von Kalifornien habe sich eingeschaltet und Khosla zum Umdenken aufgefordert. Der Milliardär soll sogar eingewilligt und versprochen haben, den Strand wieder freizugeben. Einzige Bedingung: Eine Zahlung von 30 Millionen US-Dollar. Deutlich zu abgehoben, befanden die Beamten laut "Guardian" und winkten ab.

Die "Surfrider Foundation" zog vor Gericht und gewann

Jetzt war die "Surfrider Foundation" am Zug. Die Küstenschutzorganisation klagte auf freien Zugang zum Strand und bekam laut "Guardian" einstweilen Recht. Vinod Khosla muss demnach seinen Strand wieder für die Öffentlichkeit freigeben! Das kalifornische Gericht habe sich auf ein Gesetz berufen, das verlangt, dass alle Strände bis zur "mittleren Hochwasserlinie" für Jedermann zugänglich sein müssen. Knackpunkt sei allerdings die Frage, ob auch die Zugangswege zu den Stränden von diesem Recht umfasst sind - bis dieser Streit geklärt sei, müsse der Milliardär die Verbotsschilder abbauen und die Wachleute abziehen.

Vinod Khoslas Traum vom Privatstrand ist vorbei - zumindest vorerst. Stattdessen dürfen jetzt wieder Väter mit ihren Kindern angeln, Surfer Wind und Wellen genießen und Sonnenhungrige sich bräunen. Denn der Anwalt der "Surfrider Foundation" geht im Interview mit der Zeitung davon aus, dass Khosla den juristischen Kampf nicht aufgeben wird.

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