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Sturz aus Zug: Drei Frauen fallen aus anfahrendem Intercity

Sie hatten Glück im Unglück: Drei ältere Damen sind im Bahnhof Hamburg-Harburg aus einem Zug gefallen und haben sich leicht verletzt. Der Fahrgastverband spricht von einer "typischen Situation".

Drei ältere Frauen sind im Bahnhof Hamburg-Harburg aus der offenen Tür eines anfahrenden Intercity gestürzt und haben sich leicht verletzt. Wie die Bundespolizei am Montag mitteilte, ereignete sich der Unfall am Vorabend nach einem Zwischenstopp des IC 1989 von Stralsund nach Nürnberg während der Einfahrt in die Station. Weil noch einige Waggons außerhalb des Bahnhofs standen, fuhr der Lokführer den Angaben zufolge erneut an, um den Zug vorzuziehen. Aus noch ungeklärten Gründen konnten Reisende währenddessen bereits einige Türen öffnen.

Die drei Frauen im Alter von 55, 61 und 74 Jahren stürzten beim Aussteigen aus dem Zug auf den Bahnsteig und zogen sich Schürfwunden und Prellungen zu. Die 74-Jährige wurde wegen des Verdachts auf einen Schock in ein Krankenhaus gebracht.

Ermittlungen könnten noch längere Zeit dauern

Die Bundespolizei beschlagnahmte nach dem Unfall umgehend den gesamten Zug. Sie stellte schrifliche Unterlagen und den Fahrtenschreiber sicher. Die übrigen Passagiere mussten die Reise in einem Ersatzzug fortsetzen.

"Das scheint die typische Situation zu sein, dass ein Fehler beim Einfahren passiert ist, der schnell behoben werden sollte und dann hat man nicht auf alles geachtet", sagt Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband "Pro Bahn" zu stern.de. "Der Zug darf sich aber erst wieder in Bewegung setzen, wenn die Türen geschlossen sind", so Naumann. Wenn die Türen einmal geöffnet seien, nütze auch die Geschwindigkeitsverriegelung nichts. "Es hätte zumindest eine Durchsage geben müssen, dass man nicht ein- und aussteigen sollte."

Nach Angaben der Bundespolizei könnte es sich bei der Unfallursache auch durchaus um technisches Versagen handeln. "Das Ergebnis liegt noch nicht vor", sagte Rüdiger Carstens, Sprecher der Bundespolizeiinspektion in Hamburg, zu stern.de. "Es wird noch längere Zeit dauern, bis wir die Unfallursache ermittelt haben, denn die Geschädigten, die Zeugen und der Lokführer müssen erst vernommen werden", so Carstens.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Bahn mit technischen Problemen zu kämpfen hat. Erst kürzlich haben wieder defekte Klimaanlagen in ICEs für Ärger unter den Fahrgästen gesorgt. Auch 2011 und 2010 waren Klimananlagen in einzelnen Waggons ausgefallen.

fro/AFP/DPA / DPA