HOME

Zufallsfund vor Australien: Sie haben nach Flug MH370 gesucht - und lösten zwei ganz andere Rätsel

Die Suchaktion nach Flug MH370 hat zwei außergewöhnliche Entdeckungen zu Tage getragen. Allerdings nicht das im März 2014 verschollene Passagierflugzeug, sondern die Reste zweier Schiffsunglücke von vor 140 Jahren.

Die Suche nach Flug MH370

Die Sonaraufnahme zeigt eines der beiden Schiffswracks, das bei der Suche nach dem Flugzeug MH370 entdeckt worden ist

DPA

Es war wohl die spektakulärste Suchaktion der Luftfahrtgeschichte - und blieb ohne Ergebnis. Drei Jahre lang wurde im Auftrag der Länder Australien, Malaysia und China nach dem MH370-Flugzeug gesucht, das im März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwand. Doch trotz Gesamtkosten von rund 160 Millionen Dollar brachte die Suche keinen Erfolg - und wurde im Januar 2017 nach genau 1046 Tagen eingestellt. Die 239 Menschen an Bord wurden für tot erklärt.

MH370 bleibt damit verschollen. Was passiert, wie und warum die Passagiermaschine verschwunden ist - das wird zunächst ein Rätsel bleiben. Doch die Suchaktion hat zwei außergewöhnliche Zufallsfunde zu Tage getragen und neue Hinweise zu einem anderen Rätsel  geliefert. Die Forscher entdeckten zwei Wracks in der Tiefe des Ozeans, es sind zwei verschollene Schiffe aus dem 19. Jahrhundert

Zufallsfund bereits 2015 gemacht

Dabei handelt es sich um englische Handelsschiffe, die Kohle geladen hatten und vermutlich durch Explosionen untergingen, wie das Western Australian Museum aus Perth mitteilte.

Die Wracks liegen in mehr als 2300 Kilometern Entfernung von der australischen Westküste auf dem Meeresboden, in 3700 beziehungsweise 3900 Metern Tiefe. Die Schiffe wurden bereits 2015 entdeckt, also ein Jahr nach dem rätselhaften Verschwinden der malaysischen Passagiermaschine. Der Fund wurde aber erst jetzt nach einer gründlichen Untersuchung mithilfe von Tauchsonden bekannt gemacht.

MH370 bleibt verschollen - aber die Suche geht weiter

Schiffsexplosionen waren damals nicht ungewöhnlich. Vermutlich kamen dabei die gesamten Besatzungen - normalerweise zwischen 15 und 30 Mann - ums Leben. Die Experten sind sich allerdings nicht sicher, um welche Schiffe es sich genau handelt. Eines der beiden Wracks ist wahrscheinlich die "West Ridge", die 1883 sank. Bei dem anderen handelt es sich entweder um die "W. Gordon" oder die "Magdala", die 1877 und 1882 untergingen. 

Die spektakulären Entdeckungen sind eine bittersüße Bilanz einer Suchaktion, die sich eigentlich dem Fund der MH370 verschrieben hatte - und schließlich eingestellt wurde. Ganz aufgegeben wurde die Suche nach dem Passagierflieger aber noch nicht: Ein privates US-Unternehmen hat sich mittlerweile dem Rätsel angenommen. Die Suche nach MH370 ist noch nicht beendet.

Sehen Sie im Video: "Die letzten Bilder der Piloten vor dem Abflug"

Verschollener Malaysia-Airlines-Jet: Die letzten Bilder der Piloten vor dem Abflug


fs/Mit Material der DPA