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Südkorea 24-Jähriger erpresst Frauen und Mädchen für Nacktvideos und verkauft diese im Netz – 40 Jahre Haft

Cho Ju-bin wurde zu 40 Jahren Haft verurteilt
Cho Ju-bin wurde zu 40 Jahren Haft verurteilt
© Kim Hong-Ji/ / Picture Alliance
Ein südkoreanisches Gericht hat den Drahtzieher eines der größten Online-Missbrauchsringe des Landes zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Er erpresste Mädchen zu Nacktvideos, die er dann zahlungspflichtig in Chatrooms anbot.

In Südkorea wurde der ein junger Mann zu 40 Jahren Haft verurteilt, weil er Mädchen und junge Frauen erpresst hatte, Nacktvideos von sich aufzunehmen und diese dann im Internet verkaufte. Der 24-Jährige soll eine Gruppe geleitet haben, die 40 Frauen und Mädchen so missbraucht habe, darunter 16 Minderjährige. Die Chatrooms wurden von mindestens 10.000 Personen genutzt, die für die Inhalte bis zu 1000 Euro zahlten.

"Der Angeklagte hat sexuell missbräuchliche Inhalte weit verbreitet, die er geschaffen hat, indem er viele Opfer angelockt und bedroht hat", teilte das zentrale Bezirksgericht von Seoul am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Yonhap mit. Wie das Online-Portal von "Quartz" berichtet, bezahlten Kunden für den Zugang sogenannter "nth Rooms", in denen die Inhalte der zuvor erpressten (minderjährigen) Mädchen hochgeladen wurden – mit Gebühren zwischen 200 und 1000 Euro. In diesen Räumen verdienen Frauen normalerweise mit Prostitution und Sexting ihr Geld – laut der koreanischen Zeitung "Kookmin Ilbo" enthielt jeder der acht "nth Rooms" Videos von drei bis vier Mädchen, die von dem nun Verurteilten und seiner Gruppe erpresst wurden.

Erpressung mit persönlichen Daten

Dies geschah den Berichten zufolge, indem der 24-Jährige junge Frauen mit Escort- oder Modeljobs lockte und sie zu einer entsprechenden Gruppe des Messengerdiensts "Telegram" einlud. Darüber erhielten die Erpresser persönliche Daten der Opfer, mit denen sie die Mädchen erpressten. Ein Schülerin erzählt im Gespräch "CBS Südkorea", dass sie von ihren Peinigern angesprochen wurde, nachdem sie online ein Jobgesuch aufgegeben hatte. Dier Erpresser hatten ihr Geld und ein neues Telefon versprochen, wenn sie explizite Fotos und Videos von sich schickte. "Er hatte bereits mein Gesicht, meine Stimme und meine persönlichen Daten", so das Opfer. Insgesamt habe sie mindestens 40 Videos gedreht aus Angst, dass die Erpresser ihre persönlichen Daten missbrauchten.

Nationaler Aufschrei in Südkorea

Der Fall löste in Südkorea einen nationalen Aufschrei aus, auch da der Hauptverdächtige zunächst anonym blieb. Nachdem fünf Millionen Menschen eine Petition dagegen unterschreiben hatten, veröffentlichte der zuständige Polizeiausschuss nicht nur seinen Namen, sondern auch das Gesicht des Hochschulabsolventen. "Ich entschuldige mich bei denen, die von mir verletzt wurden", hatte Cho in jenem Monat gesagt, als er von einer Polizeistation in Seoul weggeführt wurde. "Danke, dass Sie dem Leben eines Teufels, der nicht aufgehalten werden konnte, ein Ende gesetzt haben", so der Cho Ju-bin weiter.

Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 124 weitere Verdächtige festgenommen. Fünf weitere Angeklagte haben Strafen zwischen sieben und 15 Jahren erhalten.

Quelle: BBC

yak

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