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North Carolina: US-Bundesstaat plant Online-Pranger für Tierquäler

North Carolina plant eine Website, auf der wegen Tierquälerei Verurteilte namentlich und mit Foto aufgelistet werden sollen. Für alle öffentlich einsehbar soll sowohl vor den Personen selbst gewarnt, als auch potenzielle Tierquäler abgeschreckt werden.

Tierquälerei: US-Bundesstaat North Carolina plant Online-Pranger

Durch den geplanten Pranger sollen potenzielle Tierquäler abgeschreckt werden (Symbolbild)

Getty Images

Ein von zwei US-Senatoren eingebrachter Gesetzesvorschlag sieht vor, dass verurteilte Tierquäler mit Namen, Gesicht und weiteren individuellen Merkmalen auf einer für alle zugänglichen Website gesammelt werden. Ähnlich dem schon vorhandenen Registers für Sexualverbrecher soll darin jeder auftauchen, der sich eines solchen Verbrechens schuldig macht. Als Starttermin ist der 1. Januar 2020 vorgesehen.

Ersttäter würden für zwei Jahre gelistet, Wiederholungstäter für fünf. Ebenfalls wäre es letzteren auch fünf Jahre lang verboten, ein Haustier zu halten.

Bereits seit 2015 existiert eine ähnliche Regelung für den Bundesstaat Tennessee, dort allerdings mit der Begrenzung auf rein körperliche Gewalttaten gegenüber Tieren. 15 Personen sind derzeit auf dieser Seite gelistet.

Im Jahr 2018 gab es in North Carolina über einhundert bei Gericht anhängige Verfahren, bei denen, nach Verurteilung der Täter, die Kriterien für den Online-Pranger erfüllt wären, würde es bereits ein Gesetz wie jenes in Tennessee geben.

"Tierquälerei" wird weit gefasst

Das neue Gesetzesvorhaben geht sogar noch darüber hinaus und erfasst auch Vergehen gegen Tiere, die nicht mit direkter körperlicher Gewalt begangen werden. Die Veranstaltung von Hahnenkämpfen, die Nutzung ungeeigneter Hundeleinen oder Tiertransporte in viel zu kleinen Behältnissen fielen darunter.

Laut des Senders ABC, der zuerst über das Gesetzesvorhaben berichtete, würde sich auch die Tierhalterin des folgenden Falls für den Pranger qualifizieren: Die Frau aus dem Ort Cary in North Carolina gab zu, tierquälerische Handlungen im Sinne des Tierschutzgesetzes begangen zu haben, indem sie einfach zehn ihr zur Obhut überlassene Pferde auf ihrem Familiengrundstück verhungern ließ. Sie war dem Anschein nach nicht mehr in der Lage, die aufwändige Betreuung und Fütterung der Tiere zu leisten.

In Deutschland nicht vorstellbar

Zu den Unterstützern des geplanten Gesetzes gehört Camalee Scarpitti von der Tierschutzorganisation "Horses for Hope", wie ABC berichtet. Sie glaube, dass der Online-Pranger dafür sorgen wird, dass jegliche Haus- und Nutztiere artgerechter behandelt werden. Sie selbst kümmere sich um misshandelte Pferde und wisse, wie schwer es für Tier und Halter sei, nach einem Missbrauch wieder einen lebenswerten und entspannten Umgang miteinander zu finden: "Sobald ich beispielsweise etwas zu schnell meine Hand zum Kraulen auf eine der früher gequälten Stuten lege, weicht sie sofort ängstlich zurück. Obwohl ich dieses Pferd seit acht Jahren habe, merke ich noch immer täglich, dass ihr jemand vor dieser Zeit schweres Leid zugefügt haben muss."

Auch weitere US-Bundesstaaten kündigten bereits an, ähnliche Gesetzesvorschläge einbringen zu wollen. In Europa, speziell in Deutschland sind derlei Vergehens- oder Verbrechenspranger aus diversen gesetzlichen Erwägungen, nicht zuletzt aus Aspekten der Menschenwürde, undenkbar.

Quelle: ABC

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km