Tragödie in Rheine Vater löscht seine Familie aus


Die SMS versetzte die Verwandtschaft in helle Aufregung. Es werde ein Unglück geschehen, sie sollten schnell zum Haus der Familie im münsterländische Rheine kommen. Dort wurden die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. In der Wohnung lagen die Leichen der Familienmitglieder.

Ein Familienvater aus dem münsterländischen Rheine hat vermutlich aus Geldsorgen seine Familie und sich selbst ausgelöscht. Der türkischstämmige Mann habe am Mittwochabend zunächst seine 39 Jahre alte Frau, dann seine beiden Söhne und schließlich sich selbst erschossen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

"Mit einer Vielzahl von Schüssen" habe der Mann mit großkalibrigen Waffen seine Familie umgebracht, berichtete Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer. Es habe sich um eine regelrechte Hinrichtung gehandelt. Als Sportschütze habe der Mann die Waffen zur Verfügung gehabt, für die er auch einen Waffenschein hatte.

Der Mann hinterließ einen an die Polizei gerichteten Abschiedsbrief in türkischer Sprache, in dem er auch den Wunsch äußerte, in der Türkei beerdigt zu werden. Der Mann hat nach Angaben von Schweer unter psychischen Problemen gelitten. "Wenn man den Abschiedsbrief liest, muss man davon ausgehen, dass es psychische Probleme gab, die möglicherweise noch nicht erkannt waren", sagte der Oberstaatsanwalt.

Der Familienvater hatte vor der Bluttat in einer SMS-Nachricht an Verwandte angekündigt, dass ein "Unglück" bevorstehe und sie zu seinem Haus im Ortsteil Wadelheim kommen sollten. Die Verwandten eilten zum Haus der Familie und sahen durch ein Fenster der in einem Neubaugebiet gelegenen Doppelhaushälfte eine Leiche auf dem Boden liegen. Sie brachen die Tür auf und fanden im Hausflur die tote 39-jährige Frau. Die danach alarmierten Polizei und Feuerwehrleute fanden kurz darauf im Obergeschoss die beiden Söhne im Alter von sieben und fünfzehn Jahren sowie den Vater.

Die Ermittler wähnen das Motiv für die Tat im persönlichen Bereich. Vermutlich hatte die Familie Geldsorgen, sagte Oberstaatsanwalt Schweer. Der Familienvater hatte vor wenigen Jahren das Haus gebaut und über Kredite finanziert. Möglicherweise seien auch die Einnahmen aus der Pizzeria, die er in Emsdetten betrieben hatte, nicht wie erwartet geflossen. Neben seiner Leiche fand die Polizei eine Pistole und einen Revolver, die die Ermittler für die Tatwaffen halten. Es handele sich dabei um großkalibrige Magnum- Waffen, unter anderem vom Typ Sig Sauer.

DPA DPA

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