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U-Bahn-Bau in Köln: Baufirma suspendiert drei Mitarbeiter

Nach den Pfusch-Vorwürfen beim Bau der Kölner U-Bahn sind drei Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger suspendiert worden. Sie sollen Vermessungsprotokolle gefälscht und nicht die vorgeschriebene Zahl von Eisenbügeln eingebaut haben.

Nach Berichten über Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn hat der federführende Baukonzern Bilfinger Berger drei Mitarbeiter suspendiert. Ein Unternehmenssprecher bestätigte Medienberichte, denen zufolge ein Polier und zwei Bauleiter freigestellt wurden, die für die Arbeiten an einer nun als gefährdet eingestuften Baugrube in der Kölner Innenstadt zuständig waren.

Zugleich betonte der Sprecher aber, es handele sich ausdrücklich nicht um die "Führungsriege" des Unternehmens. Die Freistellungen seien zudem bereits vor einigen Wochen ausgesprochen worden. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte im Januar wegen Verdachts auf Betrug und Fälschung technischer Aufzeichnungen Ermittlungen gegen drei Mitarbeiter von Baufirmen eingeleitet. Sie sollen auf Weisung eines Poliers Eisenbügel gestohlen und an einen Schrotthändler verkauft haben, statt sie in die Außenwände des Bahn-Schachts nahe des Historischen Stadtarchivs einzubauen.

Seit einigen Jahren bauen mehrere Unternehmen die neue U-Bahn in Köln, Federführung hat Bilfinger Berger. In der Domstadt wächst nach ständig neuen Berichten über Mängel an mehreren U-Bahn-Baustellen und Spekulationen über organisierten Betrug die Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung. An einer der Baustellen - am Waidmarkt - war das Historische Stadtarchiv am 3. März 2009 eingestürzt, zwei Menschen starben.

Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) kam derweil zu einer Krisensitzung zusammen. In den vergangenen Tagen waren immer weitere Hinweise auf Mängel beim Bau der U-Bahn bekannt geworden. Das erhöhte auch die Sorge um die Sicherheit der Baugruben. Bei steigendem Hochwasser des Rheins wird mittlerweile auch ein Fluten der Baustellen erwogen. Wenn das Hochwasser über den Wert von 41,50 Metern über Normalnull steige, könnte die Baustelle zum Ausgleich der Druckverhältnisse geflutet werden, sagte eine KVB-Sprecherin. Momentan liege der Wert aber bei 38,50 Metern. Zudem falle das Hochwasser derzeit.

DPA / DPA
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