Unwetter Zehntausende fliehen vor "Rita"


"Katrina" war der schlimmste, dann kam "Ophelia" und jetzt flüchten die Bewohner der US-Golfküste vor dem Tropensturm "Rita". In Florida wurde die Evakuierung eines Landstriches angeordnet - und auch auf Kuba und den Bahamas wächst die Sorge.

Wegen des nahenden Tropensturms "Rita" haben die US-Behörden am Montag die Evakuierung von 40.000 Bewohnern auf der Inselkette der Florida Keys angeordnet. Für das Gebiet wurde ein Hurrikanwarnung erlassen. "Rita" könnte eine 2,4 Meter hohe Sturmflut mit sich bringen. Drei Wochen nach dem Durchzug von "Katrina" wuchs die Sorge vor neuen Verwüstungen auch am Golf von Mexiko. Auf Kuba wurde wegen "Rita" der Zivilschutz alarmiert und das staatliche Radio informierte über den nahenden Wirbelsturm. Der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, hatte den Notstand ausgerufen, womit die Behörden das Recht haben, Evakuierungen anzuordnen und die Nationalgarde einzusetzen. Touristen mussten die Inseln bereits zuvor verlassen.

Aus Tropensturm könnte Hurrikan werden

Der Meteorologe Daniel Brown vom Hurrikan-Zentrums in Miami erklärte, "Rita" werde sich vermutlich im Laufe des Montags zu einem Hurrikan entwickeln, was Windgeschwindigkeiten von mindestens 120 Kilometern in der Stunde entspricht. Der Direktor des Hurrikan-Zentrums, Max Mayfield, sagte am Montag, das Auge des Sturms werde nach den bisherigen Vorhersagen nicht auf Land treffen, sondern zwischen den Keys und Kuba durchziehen. Doch schon bei einem geringen Abdriften nach Norden könnten die Keys und die Bezirke Miami-Dade und Broward auf dem Festland betroffen sein.

Das Unwetter soll den Berechnungen zufolge dann bis zum Wochenende in Richtung des Golfs von Mexiko ziehen, womit möglicherweise die schon von "Katrina" heimgesuchten Gebiete wieder betroffen sein könnten. Die Meteorologen erwarteten aber zunächst, dass "Rita" eher eine Bedrohung für den US-Staat Texas werden könnte. Am Montagmorgen (Ortszeit) befand sich der Sturm rund 380 Kilometer südöstlich von Nassau und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern nach Westen.

Bahamas fürchten Überschwemmungen

Auch auf den Bahamas rüstete man sich für den Sturm. Auf einigen Inseln fielen bereits bis zu 130 Millimeter Regen. "Das größte Risiko sind Überschwemmungen", erklärte der Meteorologe Jeffrey Simmons. "Die meisten Inseln sind flach, so dass der Regen Überschwemmungen auslösen könnte." Evakuierungen erwarte er jedoch nicht. Ein Sturm östlich der Leeward Inseln wurde unterdessen zu einem Hurrikan heraufgestuft. Seine Böen erreichten eine Spitzengeschwindigkeit von 120 Kilometer in der Stunde.

Michelle Spitzer/AP AP

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