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Kein Netzempfang : Läufer bricht sich das Bein und kriecht zehn Stunden durch die Wildnis

Eine Jogging-Tour endete für den US-Amerikaner Joseph Oldendorf beinahe tödlich. Mitten in der Wildnis brach er sich das Bein. Zehn Stunden kroch er auf allen Vieren durch Matsch und Schnee, bis er gerettet wurde.

Das erste Rettungsteam, das Oldendorf erreichte, musste etwa vier Meilen durch die Wildnis wandern 

Das erste Rettungsteam, das Oldendorf erreichte, musste etwa vier Meilen durch die Wildnis wandern 

Am vergangenen Freitag entschloss sich Joseph Oldendorf zu einem Langstreckenlauf durch die Olympic-Halbinsel im US-Bundesstaat Washington. Die Route führt durch ein felsiges, stark bewaldetes Gebiet. Doch das schreckte den 26-Jährigen nicht ab. Gegen 17.45 Uhr hatte er zwölf der insgesamt 20 Meilen zurückgelegt und befand sich bereits auf dem Rückweg, berichtete er später. Doch dann passierte das Unglück. Er rutsche aus und brach sich das Bein. Ohne Handyempfang war er auf sich selbst gestellt. 

"Ich musste auf allen Vieren kriechen", erzählte Oldendorf nun von seinem Krankenhausbett aus dem Lokalsender KIRO-TV. "Es war ein felsiger, schneebedeckter, schmutziger, nasser Pfad - und nach einer Weile waren meine Knie nur noch wundes Fleisch", sagte er. "Also hatte ich die Idee, meine Schuhe daran zu binden, damit ich zumindest etwas Schutz hatte." Doch das hätte nicht viel geholfen.

Sechs Meilen auf Knien

Stundenlang kroch der junge Mann auf diese Weise bei Minusgraden durch die Wildnis. Gegen 0.30 Uhr hatte er endlich wieder Netzempfang. Oldendorf alarmierte die Rettungskräfte. "Ich hatte keine Ahnung, wie lange es dauern würde, bis sie da wären. Aber ich wusste, dass der Weg vor mir noch ungefähr sechs Meilen lang sein muss." Um nicht zu erfrieren, kroch er also weiter. 

Nach zehn Stunden wird Oldendorf gefunden

Der Gedanke an seine Familie habe ihn vorwärtsgetrieben, erzählte er weiter. "Ich wollte nicht, dass meine Familie gesagt bekommt, dass ich in der Wildnis gestorben bin", so der junge Mann.

Gegen 4 Uhr morgens am Samstag fand ihn schließlich ein Rettungstrupp. Ein Hubschrauber der Küstenwache brachte Oldendorf zur Behandlung ins Harborview Medical Center. 

"Dies ist definitiv ein rauer Teil des Olympic National Forest", erklärte der Feuerwehrmann Jerry Rule von dem Brinnon Fire Department gegenüber dem Sender KIRO-TV. Rule gehörte zum Rettungsteam, das Oldendorf entdeckte. Er ist sich sicher: "Oldendorf ist ein Glückspilz."

ivi
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