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Wetter: Endlich Regen in Sicht

Der Mai zeigt uns, was normalerweise dem April vorbehalten ist: wechselhaftes Wetter. Während es im Süden schon am Wochenende regnet, kann sich der Norden bis zum Wochenanfang noch sonnen. Auf der Zugspitze freut sich ein eiskalter "Bewohner" nach dem frühen Sommerwetter schon auf kühlere Temperaturen.

Nach wochenlanger Dürre können Landwirte und Heuschnupfengeplagte aufatmen. Laut der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) regnet es in Süddeutschland bereits am Freitag ergiebig - in einigen Gebieten der erste Niederschlag seit Anfang April. Etwas länger trocken bleibt es noch im Norden, wo sich die Wetterlage erst zu Wochenbeginn umstellt. "Die nächste Woche bringt etwas verspätet Aprilwetter mit Sonne, Wolken und endlich auch mit Regen", erklärte Holger Starke vom Wetterdienst "meteomedia" am Donnerstag.

Wolken im Süden, Sonne im Norden

Südlich der Donau könne man sich auf ein Wochenende mit vielen Wolken und anhaltendem Regen einstellen, berichtete die DWD-Expertin Dorothea Paetzold. Mit Niederschlägen von mehr als 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb von zwölf Stunden falle auch mehr als der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein".

Der Freitag beginnt vor allem im Norden sehr sonnig, weiter Richtung Süden werden die Wolken dichter. Im Schwarzwald und im Bayerischen Wald gehen bereits am Vormittag einige Schauer nieder, die im Tagesverlauf häufiger werden und sich bis zum Kraichgau und bis Oberfranken ausbreiten. Zwischen Rheinland-Pfalz und Sachsen ist es wechselnd bewölkt aber meist trocken, im Norden bleibt es sonnig. Es weht mäßiger bis lebhafter, in höheren Lagen kräftiger Wind aus Nordost bis Ost. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag 17 bis 22 Grad, im Westen bis 25 Grad.

Temperaturänderungen

In der Nacht auf Samstag muss man vor allem im Süden mit dichten Wolken und Regen rechnen, nördlich von Eifel und Erzgebirge ist es hingegen meist klar. In der Mitte und am Mittelrhein bleibt es bei wechselnder Bewölkung trocken. Die Temperaturen sinken auf 12 bis 6, im Norden bis auf 4 Grad.

Am Samstag bleibt es im Süden unbeständig mit vielen Wolken sowie etwas Regen. Nördlich der Linie Saarbrücken-Leipzig sind nur noch Wolkenfelder, aber kein Regen mehr zu erwarten. Trocken und weitgehend sonnig gestaltet sich das Wetter im Norden. Bei lebhaftem bis kräftigem Wind aus Nord bis Nordost liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 23 Grad, nur im Westen werden bis zu 24 Grad erreicht.

Der Sonntag bringt dem Norden neuerlich sonniges und trockenes, vor allem Bayern hingegen bewölktes und feuchtes Wetter. Dazwischen wechseln Sonne und Wolken einander ab, es bleibt aber überwiegend trocken. Die Temperaturen steigen auf 18 bis 23 Grad.

Das verfrühte Sommerwetter dieses Jahres bedroht vor allem die Gletscher besonders stark. Deshalb beginnen auf der 2962 Meter hohen Zugspitze die Arbeiten zur Abdeckung eines Teils des Gletschers eine Woche früher als geplant. Auf rund 9000 Quadratmetern Pistenfläche sollen Planen ausgelegt werden und so das Eis auf Deutschlands höchstem Berg vor dem Schmelzen schützen. In der vergangenen Saison seien auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern rund 12 000 Kubikmeter Schnee gerettet worden, teilte die Bayerische Zugspitzbahn mit. Das entspreche einer Höhe von drei bis fünf Metern.

Auf zur Schnee-Rettung

In diesem Jahr wollen die Verantwortlichen rund 30.000 Kubikmeter Schnee durch die heißen Monate bringen. "Die Abdeckung isoliert und leitet das Regenwasser sowie die Sonneneinstrahlung ab. Dadurch bleibt der Schnee auf dem Gletscher liegen und schützt das darunter liegende Eis", erläuterte der Betriebsleiter Skigebiet Zugspitze, Manfred Haas. "Jedes Jahr stellen wir im Herbst die Schwachstellen des Gletschers - also die größten Veränderungen - fest und entscheiden dann, wo wir den Schutz im darauf folgenden Frühling anbringen." Der Gletscher wird bereits zum 15. Mal abgedeckt.

Der Vorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern, Hubert Weiger, spricht bei der Abdeckung von einem "Feigenblatt". Die Aktion könne den Gletscher nicht retten.

DPA / DPA