HOME

Wetter: Garantiert weiße Weihnachten

"Home Snow", die Schneekanone für den Hausgebrauch, macht Frau Holle Konkurrenz. Eine 220-Volt-Steckdose und ein normaler Wasserhahn reichen aus, um den eigenen Garten in eine weiße Winterlandschaft zu verwandeln.

Frau Holle bekommt Konkurrenz: Mit «Home Snow», der Schneekanone für den Hausgebrauch, kann jeder Hausbesitzer seinen schneelosen Garten in ein kleines Winterparadies verwandeln. Andreas Abler aus Oberstdorf im Oberallgäu vertreibt die kühlschrankgroßen Geräte in Deutschland und Österreich. 2500 Euro kostet die Mini-Schneekanone, die laut Abler weiße Weihnachten bei minus drei Grad Celsius garantiert. Beim Bund Naturschutz (BN) in München stößt die Maschine auf Kritik. Die Naturschützer lehnen eine künstliche Beschneiung zu dekorativen Zwecken grundsätzlich ab.

Rund 50 der in der Schweiz produzierten Geräte hat Abler nach eigenen Angaben schon verkauft. Vor allem Betreiber von kleinen Liftanlangen, Hotels und Städte mit Weihnachtsmärkten interessieren sich demnach für «Home Snow». Auch Hotelier Ludwig Merz aus Bad Wörishofen im Unterallgäu will sich für seine Kunden den kleinen Schneeproduzenten zulegen: «Das schaut an Weihnachten doch besser aus, wenn Schnee liegt», sagt der Geschäftsmann.

Eineinhalb Kubikmeter Schnee pro Stunde


Eine 220-Volt-Steckdose und ein normaler Wasserhahn reichen aus, um den eigenen Garten in eine weiße Winterlandschaft zu verwandeln. «Pro Stunde produziert die Anlage bis zu eineinhalb Kubikmeter Schnee», verspricht Abler, der überwiegend große Schneekanonen für Skigebiete vertreibt. Wer mit der Maschine seinen Garten flächendeckend beschneien will, muss allerdings schon ein wenig Zeit haben. Das fahrbare Gerät mit der mehr als zwei Meter langen Sprüh-Lanze muss immer wieder verschoben werden. Die Mini-Beschneiungsanlage verbraucht laut Abler so viel Strom wie eine Waschmaschine: «Im Sommer kann man das Gerät zum Hochdruckreiniger umfunktionieren und zum Beispiel das Auto waschen.»

Der Bund Naturschutz lässt sich dagegen von den Funktionen der Maschine nicht beeindrucken: «Wir sind allgemein gegen Beschneiungsanlagen», sagt BN-Sprecherin Helga Wessely in München. Die Organisation kritisiert den Wasser- und Stromverbrauch des Gerätes. Wer weiße Weihnachten liebt, kann auch ohne Technik noch hoffen: Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in München stehen die Chancen dafür 50 zu 50.

DPA