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Wetter-Vorhersage: Weihnachten wirds grau in grau

In Hamburg und Düsseldorf sind weiße Weihnachten ohnehin die große Ausnahme, in München kommt sie schon häufiger vor. Doch vermutlich nicht dieses Jahr. Laut des Deutschen Wetterdiensts werden die Temperaturen zum Fest mehrere Grade im Plus liegen. Weiß wird wohl nur in den Bergen.

Kaum noch Chancen auf weiße Weihnachten: Wer die Feiertage zwischen märchenhaft verschneiten Wiesen und Wäldern verbringen möchte, muss schon in die Alpen fahren. "Voraussichtlich werden die Weihnachtstemperaturen fast überall mehrere Grad im Plus liegen", sagte der Meteorologe Klaus Bähnke vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die Acht- bis Zehn-Tage-Prognose sei zwar noch sehr spekulativ: "Aber es gibt eine Tendenz zu milderem Wetter." Wo bisher kein Schnee liege, werde ziemlich wahrscheinlich auch bis Heiligabend keiner mehr fallen, hieß es beim Wetterdienst.

"Für Liebhaber weißer Weihnachten wird es allmählich eng", sagte DWD-Experte Ansgar Engel. Mit "ein wenig zuckrigem Schnee" an Weihnachten sei allenfalls für die hohen Lagen der Mittelgebirge und für die Alpen zu rechnen. "Aber viel wird da voraussichtlich nicht zusammenkommen", so Bähnke.

Vorsicht vor Glätte in der Nacht

Dennoch ist auch auf Flachland-Straßen Vorsicht geboten: Wegen überfrierender Nässe kann es vor allem abends und in der Nacht gefährlich glatt werden. Statistisch schneit es in München an etwas mehr als jedem dritten Weihnachtsfest, in Düsseldorf dagegen nur einmal in 25 Jahren. Auch im vorigen Jahr mussten Weihnachtsfans ihren Traum von Bilderbuch-Feiertagen frühzeitig begraben oder ins Hochgebirge reisen. 2005 kam der Schnee mit Verspätung, so dass erst "zwischen den Jahren" Rodelwetter herrschte. Weiße Weihnachten in weiten Teilen Deutschlands gab es zuletzt 2003: Von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen lag eine dünne Schneedecke, die allerdings einige grüne Flecken hatte.

Unter den deutschen Großstädten haben die Münchner übrigens die größten Chancen auf weiße Weihnachten - statistisch gesehen. In den vergangenen 50 Jahren schneite es hier mit einer Wahrscheinlichkeit von 36 Prozent an Heiligabend oder einem der beiden Weihnachtsfeiertage, so der DWD. In Stuttgart und Berlin lagen die Wahrscheinlichkeiten immerhin noch bei 24 und 20 Prozent, auch in Frankfurt am Main schneite es an jedem fünften Weihnachtsfest. Seltener schneit es dagegen in Hamburg (zwölf Prozent) und Düsseldorf (vier Prozent). In den Städten sei die Chance, dass sich eine Schneedecke bilde, aber generell geringer, weil Abwärme von Beleuchtungen und Rohren für etwas höhere Temperaturen sorgten, so DWD-Sprecher Gerhard Lux. In Zukunft dürften weiße Weihnachten vor allem in den Niederungen noch seltener werden: "Langsam schlägt die Klimaerwärmung auf die Statistik durch", sagte Lux. Auch früher seien weiße Weihnachten keineswegs üblich gewesen: "Die Vorstellung, dass früher auch in den tieferen Lagen regelmäßig Schnee lag, ist ein Mythos."

Zumindest die Bundeskanzlerin wird Weihnachten im Schnee verbringen können: "Ich reise wie üblich über die Festtage in schneesichere Gebiete", sagte sie in einem Interview der Zeitschrift "Super Illu". "Es geht in die Alpen, zum Skilanglauf, für eine Woche." Merkels Weihnachtsurlaub beginnt am Freitag.

Bis zum Sonntag bleibt es laut Prognose beim trocken-kalten Winterwetter der vergangenen Tage: Am Dienstag ist es im Norden und Osten meist trüb, sonst teils bedeckt oder aufgeheitert. Die Temperaturen liegen im Norden zwischen null und plus drei Grad, im Süden zwischen minus vier und null. Am Mittwoch ist es im Norden und Nordosten vielfach neblig-trüb mit wenigen Wolkenlücken. Sonst überwiegt heiteres Wetter. Es bleibt überall trocken. Am Donnerstag setzt sich das ruhige Winterwetter fort. Niederschlag fällt kaum. Die Tageshöchsttemperatur liegt zwischen null und vier Grad.

Für Heiligabend wird dann aber wieder wechselhafteres und milderes Wetter vorhergesagt, das wahrscheinlich graue Weihnachten bringt.

Matthias Armborst/AP / AP