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Berichte aus Down Under: Knapp unter 50 Grad Celsius - wie Australier während der Hitzewelle leben und arbeiten

Eine Hitzewelle hat Teile Australiens seit Weihnachten im Griff. Die Temperaturen liegen nur knapp unter 50 Grad Celsius. Nun schildern einige Australier, was das konkret im Alltag und bei der Arbeit bedeutet.

Ein Kind hält sein Gesicht in einen Ventilator, der auch Wassertröpchen versprüht

Ein Kind sucht in Australien vor einem Ventilator Abkühlung - andere müssen arbeiten

AFP

Der Südosten Australiens leidet weiter unter einer extremen Hitzewelle. Die vergangenen vier Tage zählten zu den zehn heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen, teilte die Wetterbehörde am Mittwoch mit. Die Temperaturen erreichten vielerorts knapp 50 Grad Celsius. Der Bundesstaat Südaustralien habe am Dienstag mehrere Hitzerekorde gebrochen, sagte der Meteorologe Philip Perkins der Nachrichtenagentur AFP. Damit sei die Region an dem Tag "wohl eine der wärmsten weltweit, wenn nicht die wärmste" gewesen.

Was das konkret bedeutet, schildern einige Australier der britischen Zeitung "The Guardian"

Tolga Ozkuzucu, Gärtner aus Mildura

"Es war die Hölle. Die Sache ist: Man muss ja arbeiten. Ich lege früh los und mache früh Feierabend - so um 13, 14 Uhr. Ich versuche, so viel wie möglich am Morgen zu schaffen. Nachmittags ist es einfach zu heiß zum Arbeiten." Und noch einen besonderen Tipp hat der Gärtner: "Man sollte möglichst seine Werkzeuge und Arbeitsgeräte im Schatten lassen. Wenn nicht, werden sie heiß und verbrennen dir die Finger."

Tina Loukissas, Café-Besitzerin aus Gundagai

"Es ist heiß über dem Grill und der Fritteuse. Es fühlt sich an, als wärst du in eine Sauna gegangen. Es ist eine gute Möglichkeit, seine Giftstoffe auszuschwitzen. An Tagen wie heute, wenn die Temperatur auf 43 oder 44 Grad Celsius steigt, weil man all diese Maschinen in Betrieb hat, kommt die Klimaanlage nicht sehr gut zurecht.

Wir haben Tische draußen, an denen seit ein paar Tagen niemand mehr sitzt. Es ist immer noch eine arbeitsreiche Jahreszeit. Die Leute kommen oft rein, weil wir klimatisiert sind. Es sind ein paar Leute drin, aber es wäre verrückt, an einem Tag wie heute draußen zu sitzen."

Simon Duke, Schwimmbad-Chef aus Alice Springs

"Klar, in Alice ist es sehr heiß. Selbst ab 8 oder 9 Uhr hatten wir 35 Grad Celsius. Hier am Pool war logischerweise viel los. Wir lieben das. Wir können jedem, der sich in Zentralaustralien befindet, einen Platz zum Abkühlen anbieten. Laut unseren Aufzeichnungen hatten wir nie zuvor so viele Badegäste in einem Dezember.

Für Menschen ist es manchmal wirtschaftlich eine Herausforderung, eine Klimaanlage rund um die Uhr laufen zu lassen. Alice hat eine Reihe von öffentlichen Plätzen, an denen sie sich abkühlen können. Die Bibliothek von Alice Springs und der Pool sind zwei Orte, an denen sich die gesamte Gemeinschaft getroffen hat, um eine gemeinsame Ressource zu nutzen. Der Pool ist eines der guten Dinge, die der Stadtrat tut."

Michelle Coles, Kino-Besitzerin aus Port Augusta

"Ehrlich gesagt bin ich bei 48 Grad viel lieber in Port Augusta als in der Stadt - dort gibt es so viel Beton und es ist eingeschlossen, aber hier ist es ziemlich offen. Du stehst einfach nicht in der Sonne herum, das wäre dumm.

Die meisten von uns haben eine ziemlich gute Klimaanlage. Unser lokales Sportzentrum ist offen, die Klimaanlage läuft für alle, die keine haben. Die eine Sache, die ich tue, ist: Ich besuche die älteren Menschen, die ich kenne.

Wir gehen nicht früh am Morgen mit unseren Hunden spazieren, wir führen sie nachts aus. Auch dann kann der Beton noch ziemlich heiß sein. Ich gehe vor dem Gassigehen barfuß raus und überprüfe das."

Auch die Tiere sehnen sich nach Abkühlung

In Australien ist derzeit Sommer. Die Schulen machen Pause, die Strände sind voll. Solch hohe Temperaturen sind aber auch für die Australier ungewöhnlich. Die 50-Grad-Marke wurde zuletzt 1998 überschritten: In Mardie im Westen Australiens war es damals 50,5 Grad heiß. Im Januar 1960 wurden am Flughafen von Oodnadatta im Süden des Kontinents sogar 50,7 Grad erreicht.

Quellen: The Guardian

tkr mit Agenturen