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Wetter-Experten erläutern: Kein Wind, auch nächste Woche 30 Grad - wie die aktuelle Hitze meteorologisch zustande kommt

Deutschland gerät durch Hoch Helmut mächtig ins Schwitzen. Am Mittwoch sind Rekordtemperaturen bis an die 35 Grad keine Seltenheit. Zwei Wetterexperten erklären, wie es zu diesem Phänomen kommt und warum wir uns noch bis August auf subtropisches Klima gefasst machen müssen.

Sportler müssen kommende Wochen mit schülem Wetter rechnen

Sportler müssen kommende Wochen mit schülem Wetter rechnen

DPA

Mancher hat wahrscheinlich schon heute Morgen geflucht: Mal kräftig durchlüften war nicht drin, denn die Temperaturen lagen schon gegen 8 Uhr zwischen 20 und 25°C. Freibadgänger werden jubeln, doch der Rest der Republik muss sich damit abfinden, dass noch bis Anfang August Temperaturen bis über 30°C möglich sind.

"Verantwortlich dafür ist Hoch Helmut, das von der Biskaya herübergezogen ist", erklärt Meteorologe Sebastian Keßler von Wetter.de. Die Strömung ist sehr schwach wodurch sich die Luftmassen nur sehr langsam bewegen, was für Hochdruckgebiete aber üblich sei. Die Luft heizt sich buchstäblich auf. In der neuen Woche könnte sich schon das nächste Hoch mit neuer Hitze auf dem Weg machen.

"Wir erwarten zum Wochenende hin Regenschauer und zum Teil kräftige Gewitter, die die Luft etwas abkühlen sollten." Statt Spitzenwerten von 38°C sollten dann "nur" noch Temperaturen von 30°C anfallen. "Dafür wird es dann aber deutlich schwüler", warnt Keßler.

Die Hochdruckgebiete sind sehr zäh

Auch seine Kollegin Renate Molitor von Wetter.com macht wenig Hoffnung, dass die Hitze spürbar nachlässt. "Um diese Jahreszeit kommt es oft vor, dass wir auf der Südseite der Höhenwestwindströmung (Jet) liegen. Das ist ein Starkwindband in 10 Kilometern Höhe und bestimmt die Luftmassen bei uns", sagt sie.

Da Deutschland südlich davon liegt, kriege es eben die warme und damit die subtropische Seite ab. "Die Warmluftmassen bilden über Mitteleuropa meist schwache, dafür aber warme und andauernde Hochdruckgebilde aus", so Molitor. Diese Hochs seien zäh, weil es eben wenige Luftdruckgegensätze gibt und somit keinen Wind, der andere Luft bringen könnte.

Die Gewitter versprechen kaum Linderung der Hitze

"Selbst eine schwache Front wie jetzt am kommenden Wochenende, die mit Gewittern einhergeht, ist oft nicht viel kälter. Kaum ist diese durch, heizt die Sonne die verbliebene Luftmasse wieder auf und die Hitze beginnt von Neuem."

Erst, wenn sich das Starkwindband in 10 Kilometern Höhe nach Süden verlagert, komme Deutschland wieder auf die kühlere Seite. Das Hoch muss dann einem kräftigen Tief weichen. Doch das werde bis Anfang August nicht der Fall sein, erklärt die Wetterexpertin.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?