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Windjammer-Treffen in Bremerhaven: Wasser von unten, Wasser von oben

Wasser, Wasser, nichts als Wasser: Die Sail in Bremerhaven ist dieses Jahr das größte Windjammer-Treffen in Deutschland. Wasser gehört naturgemäß dazu, doch die Massen von oben bremsten den Besucheransturm.

Balletttanzende Schlepper, ein farbenfroher Umzug von Seeleuten aus aller Welt und viel Shanty-Musik: Trotz des bunten Programms hat Dauerregen am Freitag den Besucherandrang auf dem Windjammer-Festival Sail in Bremerhaven gebremst.

Wer an Bord der Traditionsschiffe wollte, musste am dritten Tag des maritimen Volksfestes nicht mehr Schlange stehen. Das Riesenrad stoppte vorübergehend und auch die Verkäufer an den Imbissbuden hatten nur wenig zu tun. Die Sail ist nach Angaben der Veranstalter in diesem Jahr das größte Windjammer-Treffen in Deutschland. 220 Schiffe aus 17 Nationen sind bei dem fünftägigen Spektakel zu Gast.

Wer dem miesen Wetter mit Schirm und Windjacke trotzte, ließ sich die Stimmung trotz nasser Füße nicht verderben. "Der Regen macht uns nichts aus, schließlich bekommt man hier so viele schöne Segelschiffe zu sehen", sagt Besucherin Hubertine Holleitner aus Nordrhein- Westfalen, während sie mit ihrem Mann am polnischen Segelschulschiff "Dar Mlodziezy" vorbeispaziert. Viele suchten Schutz vor dem ungemütlichen Wetter in den Festzelten. Bei Seemanns-Labskaus schunkelten die Besucher zu Shanty-Musik und sangen mit.

Auf dem Weserdeich versammelten sich unterdessen Hunderte von Menschen, um das "Schlepper-Ballett" zu bewundern. Ein Feuerlöschboot schoss zwei riesige Wasserfontänen in die Höhe und drehte sich schnell und wendig immer wieder im Kreis, während fünf kraftvolle Schlepper mit Vollgas fast drumherum zu tanzen schienen. "Fehlt nur noch die Walzermusik", meinte Zuschauerin Heidelore Fertig-Möller.

Auf dem prunkvollen italienischen Marineschiff "Amerigo Vespucci" erlebten rund 30 Schüler eine ganz andere Art von Sprachunterricht. Der Englischlehrer der Offiziersanwärter führte die neunte Klasse über den Großsegler von 1931. Er erzählte den Jungen und Mädchen vom spannenden Leben an Bord und brachte ihnen viele neue Vokabeln bei. Auch einige der 420 Besatzungsmitglieder stellte er den Jugendlichen vor. Der 14-Jährige Jan-Hendrik Geier staunte über die Länge des Schiffes von 101 Metern: "So groß habe ich es mir nicht vorgestellt."

Stephanie Lettgen, DPA / DPA
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