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Winter-Chaos in Europa: Französischer Zug hat 13 Stunden Verspätung

Deutsche Bahnreisende müssen dieser Tage viel Geduld mitbringen. Doch 40, 60 oder gar 90 Minuten Verspätung sind vergleichsweise eine Lappalie, wenn man die Odyssee von 600 Reisenden auf der Strecke Straßburg - Nizza kennt. Sie brauchten 24 Stunden, statt elf.

Eine eigentlich elfstündige Bahnfahrt zwischen Straßburg und Nizza ist für etwa 600 Menschen zu einer 24-stündigen Odyssee geworden. Die französische Staatsbahn SNCF sprach am Montag von einer Verkettung unglücklicher Umstände, Verkehrsministerin Nathalie Kosciusko-Morizet von einer "geradezu unglaublichen Verspätung"; die Gewerkschaft SUD-Rail führte die Monster-Verspätung auf die Sparpolitik bei der SNCF zurück.

1. Stopp Lokführerwechsel

Der Nachtzug war am Sonntagabend um 21.30 Uhr planmäßig von Straßburg losgefahren. Eigentlich sollte er am Montagmorgen gegen 8.30 Uhr am spanischen Grenzort Port Bou eintreffen. Doch schon nach einer Stunde stoppte der Zug für einen Fahrerwechsel in Belfort. Da jedoch kein Fahrer vor Ort war, musste erst einer aus dem etwa drei Stunden entfernten Lyon kommen - er traf dann sogar erst um 6 Uhr mit einem anderen Zug ein.

2. Stopp Schneeverwehungen

Die meisten Passagiere hatten bis zu dieser Zeit in den geheizten Waggons geschlafen. Doch auch mit neuem Lokführer an der Spitze mussten die Teilnehmer der Horrorfahrt erneut stundenlang warten, weil die Gleise durch einen Regionalzug blockiert waren, möglicherweise aufgrund der schweren Schneefälle.

3. Stopp Lokwechsel

Bei einem weiteren Stopp in Tournus im Burgund, gerade mal 400 Kilometer südlich von Straßburg, saß der Zug schließlich wegen eines Lokomotivwechsels drei Stunden fest. Dort bekamen die Zugreisenden immerhin eine Mahlzeit serviert, allerdings nur die Hälfte der Reisenden. Nach einer weiteren Stunde Fahrt, gegen 17 Uhr, folgte der nächste Stopp bei Lyon. Hier erhielt dann die andere Hälfte der Reisenden eine Mahlzeit. Einem Reisenden zufolge fielen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt zeitweise Heizung und Strom aus. Einige Passagiere seien einem "Nervenzusammenbruch nahe" gewesen.

Erst am Abend gegen 21 Uhr wurden die Passagiere schließlich an ihrem Zielort erwartet. Die SNCF stellte den Betroffenen eine Kostenerstattung in Aussicht.

swd/AFP/DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?