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Wintereinbruch: Passagiere saßen stundenlang im Eurostar fest

Da verging den Engländern das Lachen: Rund 15 Zentimeter Schnee haben ausgereicht, um das Leben in London beinahe komplett zum Stillstand zu bringen. 25 Prozent der Angestellten waren am Montag wegen des Schneefalls einfach zu Hause geblieben. Besonders peinlich: Selbst die modernen Eurostar-Züge mussten vor dem Wetter kapitulieren.

Nach dem heftigsten Wintersturm seit fast 20 Jahren hat das eisige Wetter London weiterhin fest im Griff: Am Dienstag blieben viele Schulen den zweiten Tag in Folge geschlossen, Pendler mussten sich teilweise auf Verspätungen bei Bahnverbindungen einstellen.

In der Nacht war der Schnee teilweise geschmolzen und dann gefroren, was auf Straßen und Bürgersteigen für spiegelnde Glätte sorgte. Auf den Flughäfen Heathrow, Gatwick und Stansted mussten nach Angaben des Betreibers BAA etliche Flüge ausfallen oder verschoben werden.

Auch bei der Eurostar-Verbindung zwischen Frankreich und Großbritannien kam es zu Ausfällen und Verspätungen. 2000 Passagiere saßen stundenlang in blockierten Zügen zwischen London und Paris fest. Drei Züge hätten bis zu sieben Stunden Verspätung gehabt, da die außergewöhnlichen Schneefälle die Funktionsfähigkeit der Züge beeinträchtigt hätten, teilte die Eurostar-Gesellschaft am Dienstag mit.

Die Passagiere sollen nun entschädigt werden. Wegen der Probleme strich Eurostar am Dienstag vier Züge zwischen den beiden Hauptstädten gleich komplett.

In den betroffenen Regionen Großbritanniens hörte der Schneefall am Dienstag auf. Am Montag war soviel Schnee gefallen wie seit 18 Jahren nicht mehr. Wegen des dadurch verursachten Verkehrschaos' blieben nach Angaben der britischen Handelskammer bis zu 25 Prozent der Angestellten einfach zu Hause.

"Nicht gut für unser Image"

Das Chaos sei sehr ärgerlich, sagte Handelskammer-Generaldirektor David Frost dem Rundfunksender BBC. Es sei schon die Frage, wie zehn Zentimeter Schnee solche Auswirkungen haben könnten. "Auf allen europäischen Fernsehsendern gibt es Bilder, die kompletten Stillstand in London zeigen, das ist nicht gut für unser Image." Am Montag war unter anderem der Verkehr auf zehn von elf U-Bahn-Linien in London unmöglich oder behindert gewesen, alle Busse blieben am Morgen im Depot.

Auch am Dienstag gab es weiter Behinderungen, so blieben in London erneut vier U-Bahn-Linien komplett geschlossen oder massiv gestört. Im Regional- und Fernverkehr fielen erneut viele Züge aus.

AFP / AFP