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Winterwetter: Tote und Verletzte bei Glatteisunfällen

Überfrierende Nässe und Blitzeis haben den Verkehr in ganz Deutschland beeinträchtigt. In Nordrhein-Westfalen kamen bei Unfällen drei Menschen ums Leben. In Franken rutschte ein Bus mit Schulkindern gegen eine Hauswand. Der Unfall ging für die Kinder glücklicherweise glimpflich aus.

Glatteis hat am Dienstag wieder Hunderte Autofahrer kalt erwischt. Am Niederrhein kamen am Morgen bei Unfällen auf spiegelglatten Straßen drei Menschen ums Leben. In Franken erlitten 29 Kinder zumeist leichte Verletzungen, als ihr Schulbus gegen eine Hauswand rutschte. Überfrierende Nässe könne auch in den nächsten Tagen die morgendliche Fahrt zur Arbeit behindern, mahnte der Meteorologe Jens Hoffmann vom Deutschen Wetterdienst.

Drei Tote in NRW

Das Phänomen sei deshalb so tückisch, weil es lokal auftrete und nur schwer vorherzusagen sei. Auch wenn das Thermometer im Auto scheinbar beruhigende drei Grad Außentemperatur anzeige, könne es am Boden kälter und damit glatt sein, sagte Hoffmann.

Ein 59-jähriger Autofahrer kam am Dienstag auf dem Weg nach Schwalmtal im Kreis Viersen ums Leben, als er auf einer vereister Landstraße ins Schleudern geriet und sich mit seinem Auto mehrfach überschlug. Bei Kleve wurden laut Polizei eine Frau und ein Mann tödlich verletzt, die mit ihrem Wagen auf spiegelglatter Fahrbahn gegen ein weiteres Fahrzeug prallten.

Im fränkischen Oberthulba kam ein mit 50 Schülern besetzter Bus von der Fahrbahn ab und prallte laut Polizei gegen eine Hauswand. Dabei wurden 29 Kinder verletzt, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilte. Die meisten der Schüler im Alter zwischen sechs und 13 Jahren erlitten leichte Prellungen. Ein Kind sei mittelschwer verletzt worden. Insgesamt wurden neun Schüler vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Polizei erklärte, der 62-jährige Busfahrer sei bereits sehr umsichtig und in Schrittgeschwindigkeit gefahren. Dennoch sei der Bus an einem Gefälle ins Rutschen geraten.

Dutende Unfälle

Zu Dutzenden Unfällen kam es auch in den nordrhein-westfälischen Kreisen Lippe und Mettmann, dem Rheinisch-Bergischen Kreis, dem Hochsauerlandkreis sowie bei Dortmund. In Mettmann bei Düsseldorf registrierte die Polizei mehr als 60 Kollisionen mit sechs Verletzten. 48 Unfälle mit sieben Leichtverletzten meldete die Polizei aus Dortmund und Lünen, vier Verletzte gab es im Rheinisch-Bergischer Kreis. Die A46 bei Arnsberg im Sauerland musste nach mehreren Unfällen wegen Blitzeis vorübergehend gesperrt werden. Sechs Menschen erlitten dort leichte Verletzungen.

Auch in Nordhessen behinderte Glätte den Verkehr. Bei Kassel rutschte ein Lastwagen in den Graben. Der Fahrer wurde verletzt, die Bundesstraße 251 stundenlang gesperrt. Auf der gleichen Straße gab es auf glatter Fahrbahn einen weiteren Unfall mit Verletzten, auch dies führte zu einer zeitweisen Sperrung. Bei Grimelsheim rutschte ein Schulbus in den Graben, alle Insassen blieben unverletzt. Im Landkreis Hameln-Pyrmont (Niedersachsen) meldete die Polizei ein halbes Dutzend Glatteisunfälle, bei denen es ebenfalls meist bei Blechschäden blieb.

Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen zweigeteilt. Während im Südosten das Italien-Tief "Ingomark" für Schnee in den höheren Lagen und Regen im Flachland sorgt, bleiben der Norden und der Westen Deutschlands unter dem Einfluss eines "namenlosen Zwischenhochs", wie der DWD weiter mitteilte. Am Donnerstag dürfte dann ein Tiefausläufer von Westen her auf Deutschland übergreifen.

Am Freitag könnte es stürmisch werden und möglicherweise sogar einen Orkan im Süden geben. Die Wettermodelle sind aber den Angaben zufolge noch nicht stabil - es könnte am Freitag auch windschwach werden. Das Wochenende soll weiter unbeständig und nasskalt bleiben. Die Niederschläge fallen in tiefen Lagen als Regen oder nasser Schnee, im Bergland meist als Schnee.

AP / AP