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Dokument von 1923: Arztbericht bestätigt: Hitler hatte nur einen Hoden

Lange Zeit wurde darüber spekuliert, nun soll ein Arztbericht von 1923 es bestätigen: Adolf Hitler hatte offenbar nur einen Hoden. Allerdings ist der Grund dafür anders, als bislang angenommen.

Der Diktator Adolf Hitler sitzt neben einem Hund

Adolf Hitler: Ein neues Dokument soll belegen, dass er an einer Missbildung der Genitalien litt

Schon seit über 70 Jahren halten sich die hartnäckigen Gerüchte, Adolf Hitler hätte nur einen Hoden gehabt. Britische Soldaten schmetterten im Zweiten Weltkrieg den Schmähgesang "Hilter has only got one ball" (zu deutsch: Hitler hat nur ein Ei). Ein 2008 an die Öffentlichkeit gelangter Bericht eines polnischen Geistlichen besagte, Hitler habe bei der Schlacht an der Sommer 1916 durch einen Granatsplitter einen Hoden eingebüßt. TV-Entertainer Harald Schmitt widmete den Gerüchten einen eigenen Sketch. Und tatsächlich soll der "Führer" unter einer Missbildung der Genitalien gelitten haben - allerdings nicht durch eine Verletzung bedingt.

Der Historiker Peter Fleischmann stellte am Freitag den Band "Hitler als Häftling in Landsberg am Lech 1923/24" vor. Darin enthalten sind Dokumente über Hitlers Zeit als Insasse in eben jener Anstalt. Nach einem gescheiterten Putschversuch im November 1923 war der damals 34-Jährige festgenommen und zu fünf Jahren Haft verurteilt worden - saß allerdings nur 13 Monate davon ab. Eines der Dokumente ist die Kladde des Amtsarzt Dr. Josef Brinsteiner, der Hitler bei seiner Einlieferung nach Landsberg untersuchte. Brinsteiner stellte einen "rechtsseitigen Kryptorchismus" fest. Das bedeutet, dass laut dieser Diagnose Hitlers rechter Hoden während seiner Kindheit nie richtig in den Hodensack gewandert und folglich verborgen (griechisch "kryptos") geblieben ist. Darüber hinaus war Hitlers Zustand dem Bericht zufolge aber gut. "Adolf Hitler, Künstler, zuletzt Schriftsteller. Gesund, kräftig. Körpergewicht: 78 Kilogramm", heißt es darin.

Hitler-Dokumente 2010 beschlagnahmt

Die ausgewerteten Dokumente waren jahrelang verschollen und tauchten dann 2010 überraschend bei einer Auktion wieder auf. Ein Privatmann gab damals an die 500 Schriftstücke in sieben Ordnern im Nachlass seines Vaters gefunden zu haben. Dieser hätte sie in den 1970er-Jahren auf einem Trödelmarkt erworben. Das Mindestgebot lag bei 25.000 Euro, für 27.000 Euro gingen sie an einen privaten Käufer. Der konnte sich jedoch nicht lange darüber freuen. Wenige Tage später beschlagnahmte das Landeskriminalamt Bayern die Schriftstücke, weil sie als amtliche Dokumente nie hätten veräußert werden dürfen.

Auch Historiker Fleischmann als Leitender Direktor des Staatsarchivs München war an der Auktion damals interessiert. Nachdem er sich von der Echtheit der Dokumente überzeugt hatte, hielt er sich allerdings im Vorfeld der Auktion bedeckt: "Das ist doch ein hoher Betrag", wurde er damals zitiert. Sein Haus hätte sich gefreut, wenn der Besitzer der Dokumente von sich aus auf die Experten zugekommen wäre: "Wir sind Historiker, wir sehen das als Quelle." Mittlerweile hat er offensichtlich Zugang zu dieser Quelle.

fin