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Die beliebtesten Obstsorten: Alles Banane?

Erdbeeren, Kirschen, Johannisbeeren, Aprikosen, Melonen - an den Obstständen auf dem Markt hat man jetzt die Qual der Wahl. Und was essen die Deutschen? Äpfel und Bananen.

Von Angelika Unger

Das zumindest legen die aktuellen Daten der Marktforscher von AC Nielsen nahe: 81 Prozent aller Haushalte in Deutschland kaufen binnen eines Jahres Bananen ein; Äpfel landen in 79 Prozent der Einkaufswagen.

Zu Exotischerem können sich die Einkäufer offenbar nur schwer durchringen: Nur jeder Zehnte entscheidet sich zumindest einmal jährlich für Papayas oder Litschis, drei von vier Haushalten lassen Kirschen links liegen und sieben von zehn Deutschen wollen auch von Aprikosen nichts wissen. Beim AC Nielsen Homescan berichten 15.000 Haushalte täglich an das Marktforschungsinstitut, welche Verbrauchsgüter sie kaufen.

Saisonobst hat mehr Vitamine

Die Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ermutigt zu mehr Abwechslung in der Obstschale: "Variieren Sie doch öfter mal, essen Sie nicht immer nur Bananen." Denn die verschiedenen Obstsorten spenden unterschiedliche Vitalstoffe: Honigmelonen punkten bei Vitamin A, Bananen bei Kalium und schwarze Johannisbeeren bei Vitamin C.

Saisonobst ist hierbei weit gereisten Sorten überlegen: Je kürzer der Weg vom Baum oder Strauch in den Mund, desto gesünder. "Durch Transport und Lagerung können je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit 10 bis 20 Prozent der Vitamine verloren gehen", sagt Antje Gahl. "Kaufen Sie Obst deshalb besser frisch und in kleineren Mengen."

Mehr Obst als früher - aber noch nicht genug

Diesen Rat beherzigen die Deutschen derzeit nicht. Äpfel kaufen sie im Schnitt nur einmal im Monat ein - die Marktforscher erklären das damit, dass Äpfel "naturgemäß länger frisch bleiben". 18 Mal pro Jahr steht der Bananenkauf auf dem Programm. Nicht oft genug, meint Antje Gahl. "Obst steht zwar schon häufiger auf den Einkaufslisten als früher. Aber die Deutschen essen immer noch zu wenig davon: Wir empfehlen fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag - 400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Obst." Das aber schaffen die wenigsten Deutschen, sagt Gahl: "Im Durchschnitt erreichen wir gerade einmal um die 300 Gramm pro Tag."

Lieber mal in den sauren Apfel beißen

Hinzu kommt, dass die Deutschen nicht unbedingt die gesündesten Obstsorten bevorzugen. So liegen die zuckerreichen Weintrauben auf Platz drei der Verbrauchergunst: Zwei Dritteln aller Haushalte in Deutschland kaufen sie, im Durchschnitt sieben Mal jährlich. Wer stattdessen auch mal in den sauren Apfel beißt, wird reich belohnt: Beispielsweise enthalten die fein-säuerlich schmeckenden Sorten Berlepsch, Jonagold und Boskoop meist mehr Vitamin C, erklärt Gahl.

Auffällig ist, dass es sogar Früchte in die Top Ten schafften, die nur wenige Monate im Jahr im Handel erhältlich sind: Auf Platz vier liegen die Erdbeeren, gefolgt von Mandarinen und Kiwis - wer sich den ganzen Frühling auf die ersten Erdbeeren freut, kann es eben kaum abwarten, bis sie an den Marktständen liegen.

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