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Forschung Wissenschaftler züchten "Zombiepilze", die auf Insekten leben und gegen Krebs helfen sollen

Cordyceps-Pilze auf einer Maulbeer-Seidenraupenpuppe
Cordyceps-Pilze wachsen auf einer Maulbeer-Seidenraupenpuppe
© Getty Images / Kornwipa Ponganan
Cordyceps-Pilze befallen Insekten und übernehmen die Kontrolle über ihre Körper und Verhalten. Forscher:innen zufolge könnten diese Pilze auch Anwendung in der Medizin finden.

Die Pilze könnten auch eine bahnbrechende Bedeutung für die Erforschung neuer Medikamente gegen Viren und Krebs haben, bislang war die Zucht allerdings äußerst kompliziert. Ein Forschungsteam aus Korea und Ägypten hat einen Weg gefunden, um die Pilze besser im Labor zu züchten.

Pilze mit Insekten statt Reis kultiviert

Die Pilze kommen in der Natur nur sehr selten vor und sind schwierig zu kultivieren, weshalb sie bisher kaum erforscht werden konnten. Im Labor konnten die Pilze bereits mit braunem Reis gezüchtet werden, produzierten dabei aber nur wenig Cordycepin.

Aus diesem Grund nutzen die Forscher:innen Insekten als reichhaltigere Proteinquellen. Cordyceps-Pilze sind dafür bekannt, Insekten zu befallen und in Zombies zu verwandeln: Die Pilze übernehmen dabei die Kontrolle über den Körper des Wirtes und manipulieren sein Verhalten, um weitere Insekten zu infizieren.

Die jüngsten Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere eine im Pilz enthaltene chemische Verbindung namens Cordycepin viele potenzielle gesundheitliche Vorteile hat und unter anderem krebs- und virenbekämpfende Eigenschaften besitzt.

Orangene Cordyceps-Pilzen in der Natur
Forscher:innen haben eine bessere Methode zur Kultivierung von Cordyceps-Pilzen entdeckt
© Getty Images / Edwin_Butter

"In der Natur sind Insekten die direkten Nährstoffquellen für Cordyceps", schreiben die Wissenschaftler:innen. "Daher wurden optimierte Bedingungen für die Kultivierung der Pilze für eine effiziente Cordycepin-Produktion erforscht, wobei sechs essbare Insekten als Substrate verwendet wurden." Hierzu gehörten etwa Mehlwürmern, Grillen und Heuschrecken.

Cordycepin könnte gegen Coronaviren eingesetzt werden

Der Studienautorin Dr. Mi Kyeong Lee zufolge enthielten die Pilze, die auf essbaren Insekten gezüchtet wurde, im Vergleich zu denen, die auf braunem Reis gezüchtet wurden, etwa 100 Mal mehr Cordycepin. Obwohl der Cordycepingehalt je nach Insekt variierte, stellten die Forscher fest, dass Fett – und nicht Protein – der entscheidende Faktor war.

Die junge Tiktokerin hat spröde, verkrustete und schwarze Lippen aufgrund einer  Infektion mit schwarzem Pilz.

Es gibt Hinweise darauf, dass Cordycepin es virenbekämpfende Eigenschaften hat. Jüngste Forschungsergebnisse unterstreichen darüberhinaus sein Potenzial als Covid-19-Therapie, so Lee. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler:innen am Mittwoch in der Fachzeitschrift Frontiers in Microbiology.

Quellen: Forbes, Frontiers in Microbiology

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