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Illegale Jagd auf Elfenbein Wilderei bedroht Elefantenbestand massiv


Eine Studie belegt, dass Wilderer den Bestand des Afrikanischen Elefanten rapide minimieren. Grund für die illegale Jagd ist die ungebremste Elfenbein-Nachfrage aus Ostasien.

Eigentlich sollte es ihn längst nicht mehr geben: Der internationale Handel mit Elfenbein wurde 1989 durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES verboten. Doch die Schwarzmarktpreise für Elfenbein sind in den vergangenen Jahren derart gestiegen, dass die Jagd auf Elefanten ein lukratives Geschäft für Wilderer geworden ist.

Dies setzt dem Afrikanischen Elefantenbestand einer Studie zufolge dramatisch zu. Seit 2010 sei die Population über den Kontinent hinweg um durchschnittliche zwei Prozent pro Jahr geschrumpft. Forscher um den US-Biologen George Wittemyer von der Colorado State University in Fort Collins analysierten Daten zu Demografie und Todesursachen von Elefanten aus ganz Afrika. Dies sei die erste Einschätzung zum Ausmaß der Wilderei auf regionaler und kontinentaler Ebene, schreiben sie in den "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") .

Möglichst genaue Angaben über das Ausmaß der illegalen Jagd seien wichtig, um den Schutz der bedrohten Tiere zu verbessern. Die Autoren kombinierten lokale mit überregionalen Daten und begutachteten unter anderem Elefantenkadaver in Kenias Samburu Nationalpark, um illegale und natürliche Todesursachen zu beziffern. Diese Daten übertrugen sie dann auf die gesamtafrikanische Elefantenpopulation.

Während zwischen 1998 und 2008 noch durchschnittlich 0,6 Prozent der Afrikanischen Elefanten illegal getötet wurden, stieg die Zahl danach deutlich an. Auf dem Höhepunkt im Jahr 2011 erlegten Wilderer den Berechnungen der Forscher zufolge etwa acht Prozent der Elefanten, was rund 40.000 Tieren entspreche. In jenem Jahr schrumpfte die Population demnach um etwa drei Prozent. Im Samburu Nationalpark wurden in den vier Jahren 2009 bis 2012 fast 21 Prozent der Elefanten getötet, berichtet das Team. Demnach sind besonders die Bestände im zentralen und östlichen Teil des Kontinents betroffen.

China ist mit Hauptabnehmer von Elfenbein

Die illegale Elefantenjagd setze den Populationen dermaßen zu, dass ihr Überleben gefährdet sei, warnt Wittemyer. Das Ausmaß der Wilderei steige mit den Schwarzmarktpreisen für Elfenbein, berichten die Forscher. So werde etwa Elfenbein aus dem Verkehr gezogen, das für China bestimmt sei. Um die Wilderei einzudämmen, müsse man vor allem die Nachfrage drosseln, insbesondere in Ostasien.

China gilt laut Internationalem Tierschutzfonds (IFAW) als einer der Hauptabnehmer des weißen Goldes. Im Kampf gegen den illegalen Handel folgte die chinesische Regierung in diesem Jahr einem internationalen Aufruf, beschlagnahmte Elfenbeingüter zu zerstören. Mit der Zerstörung von Elfenbein will der IFAW das öffentliche Bewusstsein für die Ausmaße des Wilderns schärfen. "Wenn Staaten weiterhin öffentlich ihr Elfenbein zerstören, setzt das starke Zeichen gegen Wilderei und Wildtierhandel und für die Erhaltung der wildlebenden Elefanten", erklärt Azzedine Downes, Präsident des IFAW, den internationalen Appell. Die USA, die Philippinen, Kenia und Gabun haben in der Vergangenheit ebenfalls beschlagnahmte Elfenbeinbestände verbrannt oder zermahlen.

mh/DPA DPA

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