"Discovery"-Start Wird das Wetter Spielverderber?

Die Technik bekam die Nasa rechtzeitig in den Griff. Doch nun droht - mal wieder - das Wetter einen Strich durch die Rechnung zu machen: Die Chance, dass die "Discovery" in der Nacht zu Freitag planmäßig startet, liegt nur bei 40 Prozent.

Nach der Lösung kleinerer technischer Probleme hat sich die Nasa am Donnerstag auf den ersten Nachtstart eines Shuttles nach der tödlichen "Columbia"-Tragödie 2003 vorbereitet. Um 21.36 Uhr (3.36 Uhr MEZ am Freitag) soll sich die "Discovery" mit sieben Astronauten an Bord von Cape Canaveral in Florida aus auf den Weg zur Internationalen Raumstation ISS machen. Aber das Wetter droht zum Spielverderber zu werden: Zur Startzeit wird eine hohe Wolkendecke erwartet, und die Nasa sieht nur eine 40-prozentige Chance, dass die "Discovery" planmäßig abheben werde.

Komplizierte Ausbaupläne

Der Shuttle bringt mit der Amerikanerin Sunita Williams eine neue Langzeitbewohnerin mit, die den deutschen Astronauten Thomas Reiter ablösen wird. Er soll dann nach einem rund fünfeinhalbmonatigen Aufenthalt im All mit der Raumfähre rechtzeitig zu Weihnachten wieder auf die Erde zurückkehren. Vorher kommt auf die Shuttle-Besatzung aber noch der bisher komplizierteste Einsatz beim ISS-Ausbau zu. Während der 12-tägigen Mission soll bei drei Ausstiegen eine containergroße Vorrichtung an der Außenwand der Station angebracht werden. Daran sollen später weitere Sonnensegel montiert werden.

Außerdem muss die Crew das ISS-Stromkabelsystem verbessern und das Hauptkühlsystem der Station aktivieren. Die Erfüllung mehrerer Aufgaben hängt davon ab, ob es gelingt, ein bereits vorhandenes Solarsegel wieder einzufahren: Das ist seit dem Einzug der ersten ISS-Bewohner vor sechs Jahren noch nie versucht worden.

Raketen sind hell genug

Ein plötzlicher Anstieg der Stromspannung bei einem Startrampen-Generator und der Zustand eines Klebstoffs zur Versiegelung von Schnittstellen in den Feststoffraketen hatten der Nasa zunächst Kopfschmerzen bereitet. Aber dann hieß es am Mittwochabend "startklar" - bis auf das Wetter. Bei einer Verzögerung hätte die Nasa noch bis zum 17. Dezember Zeit, den Shuttle auf den Weg zu bringen, vermutlich wiederum nachts.

Die Nasa ist sich sicher, dass die Feststoffraketen bei der Zündung so viel Helligkeit erzeugen, dass mehr als 100 einsatzbereite Kameras etwaigen vom Außentank abfallenden Schaumstoff erfassen könnten. Das Absprengen von Stücken beim Start hatte seinerzeit zum Auseinanderbrechen der "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre geführt. Damals waren alle sieben Astronauten an Bord ums Leben gekommen.

DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker