HOME

"Expressflug" der Sojus-Kapsel: Drei Raumfahrer auf der ISS angekommen

Superschnell zur ISS: Auf der Raumstation hat die Crew drei Neuankömmlinge in Empfang genommen. Neben riskanten Aufgaben warten aber auch nahrhafter Nachschub auf die Besatzung.

Nach einem "Expressflug" von weniger als sechs Stunden haben ein Italiener, eine US-Astronautin und ein russischer Kosmonaut die Internationale Raumstation ISS erreicht. Ihre russische Sojus-Kapsel koppelte am frühen Mittwochmorgen am Außenposten der Menschheit in rund 410 Kilometer Höhe an, wie die Europäische Weltraumbehörde Esa mitteilte. Zwei Stunden später wurden die Luken geöffnet. Die Neuankömmlinge schwebten an Bord der ISS, wo sie herzlich von drei Besatzungsmitgliedern begrüßt wurden.

Gemeinsam mit dem Russen Fjodor Jurtschichin und der US-Amerikanerin Karen Nyberg war Italiener Luca Parmitano am Vorabend vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Die drei Raumfahrer sollen im November nach 166 Tagen zur Erde zurückkehren.

Lasagne, Erdbeeren und Schlafanzüge für die Besatzung

Schon bald kann sich die Crew über Nachschub freuen: Der europäische Raumtransporter (ATV) "Albert Einstein" soll am 15. Juni an der ISS festmachen, zehn Tage nach dem Start vom französischen Weltraumbahnhof Kourou in Südamerika. An Bord hat das unbemannte Raumschiff außer neuem Experimentiermaterial unter anderem Lasagne, Erdbeeren und Schlafanzüge. Wie das Raumfahrtunternehmen Astrium am Mittwoch mitteilte, transportiert "Albert Einstein" mit einem Gesamtgewicht von knapp 20,2 Tonnen die schwerste Nutzlast, die jemals von einer Ariane-Rakete in den Orbit gebracht wurde.

Das Andockmanöver der neuen Vorräte wird von Parmitano überwacht, dem ersten Esa-Astronauten auf der ISS seit knapp einem Jahr. Während seines etwa fünfmonatigen Aufenthaltes soll der Familienvater aus Sizilien auch zweimal zu riskanten Einsätzen ins All aussteigen.

Nicht der erste "Expressflug"

Der "Expressflug" war bereits der zweite, bei dem eine bemannte Sojus die Strecke zur ISS in deutlich schnellerer Flugzeit zurücklegte. Möglich macht dies eine neue Navigationstechnik, die lediglich vier Erdumrundungen erfordert. Bis vor kurzem dauerte die Reise noch fast zwei Tage.

Auch wegen der Enge der Sojus sei die Neuerung eine "große Erleichterung" für die Crew, sagte Johann-Dietrich Wörner, Vorstandschef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der Nachrichtenagentur dpa. "Man kommt schnell zur ISS, und das ist gut."

Schon vorher soll erneut eine dreiköpfige Crew mit einer Sojus zur ISS fliegen - dann arbeiten neun Raumfahrer gleichzeitig im All, wie Witali Lopota, Chef des russischen Raketenbauers Energija, ankündigte. Vorerst aber hat die ISS ihre sechsköpfige Soll-Stärke. Dort sind derzeit auch die Russen Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie der US-Amerikaner Chris Cassidy im Einsatz.

awö/DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?