Absturz im Januar Bruchstücke des Ostsee-Meteoriten gefunden


Am 17. Januar leuchtete eine grelle Feuerkugel am Abendhimmel auf, als ein Meteorit über der Ostsee abstürzte. Nun wurden Teile des Brockens auf der dänischen Insel Lolland entdeckt. Das Gestein soll so alt sein wie das Sonnensystem.

Experten des Geologischen Museums in Kopenhagen bezeichneten die Gesteinsproben in der Zeitung "Politiken" als "Sensation". Der Meteoriten-Experte Thomas Grau aus Bernau bei Berlin, der professionell Überreste abgestürzter Himmelskörper sucht, hatte die Stelle mit Hilfe von Augenzeugenberichten und Videoaufnahmen ermittelt.

Grau sagte, er habe sechs Tage auf Lolland gesucht und sei am Ende auf einer Wiese fündig geworden. "Da muss noch mehr stecken", zeigte er sich überzeugt. Das Gesteinsstück, das der 36-Jährige aus der Grasnarbe holte, ist seinen Angaben zufolge etwa 30 Gramm schwer, eiförmig und von der Größe eines Tischtennisballs.

Nach Angaben des Geophysikers Henning Haack ist das Gestein mit etwa viereinhalb Milliarden Jahren so alt wie das Sonnensystem. Es sei von einem seltenen Typ, den man bisher weltweit insgesamt nur zehn Mal gefunden habe, hieß es weiter. Im Geologischen Museum hoffen die Experten nun, dass auch andere Meteoritensucher auf Lolland ihr Glück versuchen und etwaige Funde abgeben, wie es in Dänemark gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der Meteorit hatte bei seinem Absturz am 17. Januar in ganz Nordeuropa für eine sekundenlange, grelle Feuerkugel am Abendhimmel gesorgt. Zahlreiche aufgeregte Beobachter hatten sich unter anderem bei Polizeidienststellen und Radiosendern in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet.

DPA DPA

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