HOME

Astronomie: Methan auf dem Mars deutet auf Leben hin

Seit langem wird spekuliert, ob es Leben auf dem Mars gegeben hat. Jetzt wird diese Diskussion neu angeheizt, weil auf dem roten Planeten riesige Methanausbrüche beobachtet wurden. Auf der Erde stammen 90 Prozent des Methans aus biologischen Prozessen - und damit von Lebewesen.

US-Astronomen haben auf dem Mars große Mengen von Methangas in der Atmosphäre beobachtet. Diese sind zum Teil starken saisonalen Schwankungen unterworfen. Sie bemerkten 2003 während des Sommers auf der Mars-Nordhalbkugel sowie im Mars-Frühling 2006 enorme Methanausbrüche. Die Forscher der US-Weltraumbehörde Nasa geben damit der Frage nach Leben auf dem Roten Planeten neuen Auftrieb.

Erst vor einigen Monaten hatte die Nasa Spekulationen über Leben auf dem Mars durch einen erneuten Nachweis von Wasser neu belebt. Die Wissenschaftler um Michael Mumma vom Nasa Goddard Space Flight Center in Greenbelt in Maryland betonten im US-Fachmagazin "Science" allerdings, dass der Ursprung des Gases völlig ungeklärt sei. Es könne ebenso gut geochemischer und nicht biologischer Natur sein.

Die Nasa sprach in einer Erklärung von "mysteriösem Methan" auf dem Roten Planeten. "Der Mars könnte aktiver sein, als wir bislang angenommen haben", sagte Geronimo Villanueva, ein Kollege von Michael Mumma. Die Astronomen bemerkten die Methanausbrüche 2003 während des Sommers auf der Mars-Nordhalbkugel sowie im Mars-Frühling 2006. Dabei sei das Methan mit mehreren Infrarot-Teleskopen nachgewiesen worden. Diese sind auf Hawaii und in Chile stationiert.

Allerdings waren die Forschungen extrem zeitaufwändig: "Die Studien haben insgesamt sieben Jahre gedauert", teilte die Nasa mit. Insgesamt seien 90 Prozent der Marsoberfläche untersucht worden und das Methan sei an verschiedenen Orten zu verschiedenen Mars-Jahreszeiten geortet worden. Seit 2003 hätten insgesamt drei Gruppen Methan auf dem Mars gesichtet. Die Ergebnisse der Nasa-Wissenschaftler geben an, dass das Methan vermutlich in riesigen Fahnen vorkam und aus separaten Quellen zu strömen schien. Eine Gaswolke habe etwa 19.000 Tonnen Methan enthalten.

Über den Ursprung des Methans können die Forscher daher nur spekulieren und den Vergleich zur Herkunft des Methans auf der Erde ziehen. Hier sind 90 Prozent des atmosphärischen Methans biologischen Ursprungs. Es wird etwa von Bakterien erzeugt, beispielsweise im Verdauungstrakt von Rindern und anderen Wiederkäuern. Der Rest stammt aus geochemischen Quellen. Das Methan auf dem Mars könne prinzipiell aus beiden Sorten dieser Quellen stammen, schreiben die Forscher. "Die Frage nach der Möglichkeit von Leben auf dem Mars ist damit aber neu gestellt", betonte Villanueva.

In weiteren Studien müsse nun die genaue Herkunft sicher geklärt werden. "Die Methanmoleküle haben in der Marsatmosphäre nur eine kurze Überlebensspanne. Die Entdeckung größerer Mengen wie in den letzten Jahren deuten also auf aktuelle Auslöseprozesse hin", erläuterte der Astrophysiker. Außer Bakterien und geologisch-vulkanischen Prozessen sei tauendes Methaneis eine mögliche Quelle.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel