Internationale Raumstation ISS Kaputtes Klo im All


Ausgerechnet jetzt: Eine der beiden Toiletten auf der Internationalen Raumstation ISS ist kaputt. Mit 13 Astronauten sind derzeit mehr Menschen als je zuvor im All. Sie müssen nun Schlange vor dem stillen Örtchen stehen. Die Nasa rief eine Krisensitzung ein.

In der zurzeit mit 13 Astronauten übervollen ISS herrscht nun auch Gedränge vor den Klos. Nachdem am Sonntag eine der zwei Toiletten an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) ausgefallen war, wurde mit Hochdruck an einer Reparatur gearbeitet. Das Klo-Problem trat während der Vorbereitungen für den für diesen Montag geplanten zweiten ISS- Außeneinsatz von zwei Astronauten auf. Dabei wurde mit Hilfe der Kranarme des angedockten Space-Shuttle "Endeavour" und der Station eine Palette mit Ersatzteilen aus der Ladebucht der Raumfähre gehievt und zur Entleerung am Montag in Position gebracht.

Spezialisten in Houston und Moskau riefen unterdessen eine Krisensitzung ein. Sie vermuten, dass eine Pumpen-Trennungseinrichtung in dem sechs Millionen Dollar teuren Toilettensystem überflutet ist. Das Klo wurde in den USA eingebaut und im vergangenen November mit einem Shuttle zur ISS eingeflogen. Es kann Urin in Trinkwasser umwandeln. Die zweite, funktionierende Toilette stammt aus Russland. Der belgische Astronaut Frank De Winne und der Amerikaner Michael Barrat hatten zuvor vergeblich versucht, die Toilette zu reparieren. Heute sollen die Arbeiten fortgesetzt werden.

Bis das Klo-Problem behoben ist, müssen sich die 13 Raumfahrer - so viele wie nie zuvor - laut Nasa-Anweisung streng aufteilen. Die siebenköpfige Besatzung der "Endeavour" besucht ihr eigenes stilles Örtchen, während die sechs Dauerbewohner der ISS das russische Klo benutzen dürfen.

Flugdirektor Brian Smith sagte, es sei unklar, wie lange die ISS-Stammbesetzung von sechs Personen mit einer einzigen Toilette auskommen muss. Noch wüße man nicht, wie schwerwiegend das technische Problem sei. Bis auf weiteres solle die Besatzung ein Schild mit der Aufschrift "außer Betrieb" anbringen, erklärte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Sonntag pragmatisch.

Solange der Shuttle an der ISS angedockt ist, kann der Toiletten-Abfallwasser-Tank der "Endeavour" allerdings nicht geleert werden. Die Ausgangsdüse liegt so, dass beim Austreten die neue Plattform besudelt werden könnte, die am Samstag bei einem japanischen Außenbordeinsatz am japanischen Forschungslabor "Kibo" angebracht worden war. Diese "Veranda" soll Experimenten dienen, bei denen unter anderem die Reaktion von Materien auf die Bedingungen im All erforscht werden soll.

AP/DPA AP DPA

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