ISS Astronauten tauschen Stickstofftank aus


6,5 Stunden dauerte der dritte Außeneinsatz der "Discovery"-Crew auf der Internationalen Raumstation. Astronaut Ron Garan musste dabei besonders Ruhe bewahren: An einem Roboterarm befestigt schwang er von der einen Seite der Station zur anderen. Wie das ablief und was die Astronauten jetzt noch planen.

Ein Bravourstück 340 Kilometer über der Erde: Zwei Astronauten der US-Weltraumfähre "Discovery" haben bei dem dritten und letzten Außeneinsatz einen Stickstofftank an der Internationalen Raumstation ISS ausgetauscht. Zudem erledigten die beiden "Weltraumspaziergänger" Mike Fossum und Ron Garan weitere Ausstattungsarbeiten am japanischen Labormodul "Kibo" und sammelten winzige Trümmerteile vom Gelenk eines Solarsegels ein, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa mit. Das Ganze dauerte sechseinhalb Stunden.

Astronaut Garan absolvierte bei seinem Ausflug ins All einen wirklich wilden Ritt: Während er den alten Stickstofftank festhielt, schwang er sich an einem Roboterarm befestigt von der einen Seite der Station zur anderen und befand sich dabei 24 Meter über der Station. Nach Empfang des neuen Tanks schwenkte er wieder zurück und installierte das Teil. Von der Analyse der Trümmerpartikel erhoffen sich die Ingenieure Aufschluss darüber, warum ein ähnliches Gelenkstück auf der anderen Seite mit Metallsplittern verstopft ist. Die Fehlfunktion stört die Stromerzeugung, da die Gelenke dazu dienen, die Solarsegel nach der Sonne auszurichten.

Ausblick aus dem All

Trotz ihrer anstrengenden Arbeit riskierten die beiden Amerikaner immer wieder einen Blick von der Raumstation hinunter zur Erde. "Schau Dir das an, die Küste von Peru", schwärmte Fossum während einer kurzen Verschnaufpause im All. "Fantastisch", antwortete sein Kollege Garan. Die Gespräche sowie der Einsatz um All waren über Nasa-TV per Internet live zu verfolgen.

Vor dem letzten Ausflug ins All hatten die Astronauten erfolgreich den Roboterarm des neuen japanischen Moduls "Kibo" getestet und noch ein Speicher für Ersatzteile angebracht. Die ISS hat damit jetzt insgesamt drei Forschungslabore, die von der Nasa, der europäischen Raumfahrtorganisation Esa und Japan betrieben werden. Der japanische Astronaut Akihiko Hoshide sprach von einem Meilenstein und einem eigenen Haus, das sein Land nun im All habe. Der japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda gratulierte den Raumfahrern telefonisch zur erfolgreichen Installation des fast zwölf Meter langen Moduls.

"Kibo" ist nun der größte Raum in der ISS. Der Ausbau ist aber noch nicht beendet: Im Frühjahr soll noch eine Fläche für Experimente im All zur ISS gebracht und angebaut werden. Erst dann wird das Labor in Betrieb genommen. In dem Labor sind in den nächsten Jahren rund 100 Experimente geplant, unter anderem zur Entwicklung von Medikamenten.

Alles Roger für den Rückflug

Nach der Untersuchung des Hitzeschutzschilds der Raumfähre "Discovery" wurde nun grünes Licht für den Rückflug zur Erde gegeben. In zwei Tagen dockt die Fähre von der ISS wieder ab.

DPA/AP AP DPA

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