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Internationale Raumstation: ISS-Bakterien analysiert - nur für geschwächte Menschen gefährlich

Premiere im All: Bei ihrem ersten Einsatz im freien Kosmos haben zwei US-Astronauten wichtige Arbeiten an der Raumstation ISS erfolgreich abgeschlossen. Für Schlagzeilen sorgt eine Analyse der Bakterien an Bord der Station.

Die Raumstation ISS - im Hintergrund die Erde

Die Raumstation ISS: Für die beiden US-Astronauten war es der erste Einsatz im freien Weltraum.

Zwei US-Astronauten haben bei einem mehr als siebenstündigen Einsatz im freien Weltall den Wärmeschutz der Internationalen Raumstation ISS verstärkt. Scott Kelly und Kjell Lindgren verlegten bei den anstrengenden Außenarbeiten zudem Kabel für einen Kopplungsstutzen, an dem private Frachter andocken sollen.

Weil die Montage länger gedauert habe als geplant, seien weniger wichtige Aufgaben verschoben worden, teilte die Flugleitzentrale in Koroljow bei Moskau am Donnerstag mit. Nach 7 Stunden und 16 Minuten stiegen die beiden Männer wieder in die Luken der ISS rund 400 Kilometer über der Erde.

Keime stammen vermutlich von den Astronauten

Unterdessen macht eine Analyse zur Bakterienpopulation der ISS Schlagzeilen. Nasa-Forscher um Kasthuri Venkateswaran hatten dabei unter anderem verbreitete Bakterien entdeckt, die in der Regel relativ harmlos sind, bei geschwächten Menschen aber ernsthafte Erkrankungen auslösen können. Die Keime stammen vermutlich von den Astronauten selbst und von den regelmäßig angelieferten Ladungen die etwa Vorräte und technische Geräte enthalten. Zuvor waren auch schon mikrobielle Pilze aus den Räumen der ISS untersucht worden. Wie gefährlich die entdeckten Erreger tatsächlich für Astronauten sind, wurde in der Studie nicht analysiert. Das solle in weiteren Arbeiten untersucht werden, schreiben die Forscher im Online-Journal "Microbiome".

Kelly und Lindgren hatten bei ihrem Außeneinsatz auch den kanadischen Roboterarm Canadarm-2 gewartet. Unterstützt wurden sie dabei an Bord vom Japaner Kimiya Yui. Für die beiden US-Astronauten war es der erste Einsatz im freien Weltraum. Lächelnd winkten sie während den Arbeiten in die Außenkameras. Bereits am 6. November stehen für Kelly und Lindgren die nächsten Außenarbeiten an, unter anderem am Kühlsystem. Auf der ISS forschen derzeit auch drei Russen und ein Japaner.

amt / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?