Mars-Mission Erste Spuren von Beagle 2?


Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA haben auf einem Foto ein Objekt entdeckt, das für die Zerstörung des Mars-Roboters verantwortlich gewesen sein könnte.

Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA haben auf einem Foto von "Beagle 2" ein mysteriöses Objekt entdeckt, das für die Zerstörung des Mars-Roboters bei seiner Landung auf dem Roten Planeten im Dezember verantwortlich gewesen sein könnte. Dies teilten Mitarbeiter der gescheiterten Mission am Montag in London mit.

Das Bild, auf dem sich der nicht näher erläuterte Fleck befindet, entstand kurz nachdem "Beagle 2" sein Mutterschiff verlassen hatte. Auf anderen Bildern von der Landezone sind vier helle Punkte zu sehen, bei denen es sich um die Überreste der ersten europäischen Marssonde handeln könnte.

Berichte über Bildmaterial vom zerstörten "Beagle 2" wies Mars-Experte Michael Landgraf von der europäischen Raumfahrtkontrollstation (ESOC) in Darmstadt als falsch zurück. Die vier hellen Flecken, die auf Fotos der Nasa- Sonde "Mars global surveyer" in der vorgesehen Landeregion zu sehen sind, zeigten keineswegs Wrackteile des europäischen Roboters. "Das sind Defekte der Kamera", sagte Landgraf.

"Beagle 2" ist nach Einschätzung internationaler Raumfahrtexperten möglicherweise auf der Marsoberfläche zerschellt. Grund dafür könnte sein, dass die Atmosphärendichte auf dem Planeten geringer gewesen ist als von den den Wissenschaftlern berechnet, sagte Missionschef Mark Sims am Montagabend auf einer Expertenkonferenz in London. Damit habe sich die Sonde schneller als erwartet dem Boden genähert, Fallschirm und Airbags seien zu spät geöffnet worden.

Nach Angaben des Mars-Experten Landgraf ist die Atmosphäre des Roten Planeten viel dynamischer als die der Erde. "Je nach Staubanteilen und Jahreszeit kann es zu großen Verschiebungen kommen", sagte er am Dienstag der dpa. Das Landegerät sei aber auf sehr niedrige Werte eingestellt gewesen. "Wenn es genau zu dem Zeitpunkt eine atmosphärische Störung gegeben hat, dass wäre schon viel Pech."

Seit "Beagle 2" Mitte Dezember seinen Transporter "Mars Express" verlies, konnten keine Signale von ihm empfangen werden. "Beagle 2" sollte am ersten Weihnachtsfeiertag 2003 auf dem Mars landen, ein ein Meter tiefes Loch in die Oberfläche graben und das Gestein nach Spuren von Wasser analysieren. Nachdem die Kontaktaufnahme mehrmals scheiterte, gab die ESA das Landegerät verloren. Ein Expertenteam untersucht jetzt die Gründe für das Scheitern. Die Sonde "Mars-Express", die rund 80 Prozent der wissenschaftlichen Forschung der Mission erbringt, arbeitet nach wie vor planmäßig.

AP, DPA AP DPA

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