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Mars-Rover: Totgesagte leben länger

Drei Monate sollten sie durchhalten - doch Spirit und Opportunity übertrafen alle Erwartungen: Seit mehr als vier Jahren rollen die Rover über den Mars und liefern eine Fülle von Daten. Sie überstanden eiskalte Marswinter und technische Probleme, dann drohte ihnen durch eine Budgetkürzung das Aus. Doch nun sollen die Rover weiter rollen.

Sie trotzen Sandstürmen und überstanden die langen, dunklen Marswinter - doch plötzlich stand es schlecht um die zwei solarbetriebenen Mars-Rover. Wegen Haushaltskürzungen sollte einer der beiden Roboter stillgelegt, die Aufgaben des zweiten eingeschränkt werden. Denn beim entsprechenden Forschungsprogramm wollte die Nasa bis zum 30. September, dem Ende des Haushaltsjahres 2008, vier Millionen Dollar (2,59 Millionen Euro) einsparen. Die Mission der beiden Roboter kostet die Nasa jährlich rund 20 Millionen Dollar (12,97 Millionen Euro). "Das ist sehr demoralisierend für das Team", kommentierte der Forscher Steve Squyres von der Cornell Universität die Entscheidung der US-Weltraumbehörde.

Nun können sich die Wissenschaftler freuen: Die erklärte am Dienstagabend, die Pläne für eine teilweise Stilllegung seien nicht mehr aktuell. Ein entsprechendes Empfehlungsschreiben an das Betreiberlabor im kalifornischen Pasadena sei zurückgenommen worden.

Die Einsparungen sollten Budgetüberschreitungen bei einem anderen Programm ausgleichen: dem "Mars Science Laboratory" (MSL). Im kommenden Jahr ist die Landung dieses neuen Roboters auf dem Mars geplant. MSL wird im Vergleich zu den beiden aktiven Rovern ein Schwergewicht: Es soll rund 800 Kilogramm wiegen und 50 Kilo Instrumente mit sich tragen. Spirit und Opportunity haben gerade einmal fünf Kilogramm Messgerät an Bord. MSL soll zwei Jahre im Einsatz sein und in dieser Zeit etwa sechs Kilometer auf dem Mars zurücklegen. Wie das Budget dieses Programms nun ausgeglichen werden soll, ist noch unklar.

Spirit und Opportunity landeten im Januar 2004 auf dem Mars. Unter anderem fanden sie Hinweise, dass einst Wasser auf dem inzwischen trockenen und wüstenähnlichen Planeten floss.

AP/bub / AP
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