Saturn-Mond Methanstürme erschüttern den Titan


Auf dem Titan herrscht bisweilen ungemütliches Wetter: Forscher vermuten, dass monsunartige Regenstürme aus flüssigem Methan auf dem Saturnmond niedergehen.

Der Saturnmond Titan wird alle paar hundert Jahre von kurzen, monsunartigen Regenstürmen aus flüssigem Methan heimgesucht. Das schließen amerikanische Astronomen aus neuen Berechnungen, die auf Radarbildern der Raumsonde "Cassini" basieren. Die darauf erkennbaren dunklen Flussläufe weisen typische Strukturen auf, die nach Ansicht der Forscher auf seltene, heftige Überschwemmungen hindeuten.

Demnach fällt der Methanregen auf Titan wahrscheinlich nicht als sanfter regelmäßiger Niederschlag, wie bislang angenommen. Über die Theorie des Teams um Ralph Lorenz von der Universität von Arizona in Tucson berichtet der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins "New Scientist".

Etwa fünf Prozent der dichten Titan-Atmosphäre bestehen aus dem Kohlenwasserstoff Methan. Wissenschaftler vermuten bereits seit längerem, dass das Methan ähnlich wie Wasser auf der Erde einen Kreislauf durchläuft: Es sammelt sich in Wolken an, fällt als Regen zur Oberfläche und verdunstet anschließend wieder.

Gestützt wird diese These beispielsweise durch die Entdeckung dunkler Kanäle - deren Form und Verzweigungen stark den Flussläufen auf der Erde ähneln - und einer seeähnlichen Struktur in der Nähe des Titanischen Südpols. Doch obwohl alle diese Merkmale aus geologischer Sicht sehr frisch erscheinen, ist der Nachweis bisher nicht gelungen, dass tatsächlich flüssiges Methan durch die Kanäle fließt.

Flussläufe gleichen denen in irdischen Wüsten

Lorenz und sein Team könnten nun eine Erklärung dafür gefunden haben: Sie entdeckten an den Enden einiger der potenziellen Flussläufe dreieckige Abhänge, die mit kleinen Steinen übersät sind. Ähnliche Formationen kennen Geologen auch von Flussläufen in irdischen Wüsten, die den größten Teil des Jahres trocken liegen und nur hin und wieder von großen Wassermassen durchflutet werden.

Die Ähnlichkeit deute darauf hin, dass sich auch die Niederschlagsmuster gleichen, schließen die Forscher. Möglicherweise wechseln sich demnach auch auf dem Titan lange Trockenperioden mit heftigen Sturzfluten aus Methanregen ab, die dann die Kanäle überfluten und nach kurzer Zeit bereits wieder verschwinden.

Gestützt wird diese These auch durch die gewundene Form und die wenigen Verzweigungen der Flussläufe. Solche Merkmale seien ebenfalls typisch für Wüstenflussläufe, die durch kurze, heftige Regenfälle entstanden sind, so die Wissenschaftler.

Außerdem glauben die Cassini-Forscher, beim Beobachten von Wolkenformationen erstmals direkte Hinweise auf Regen entdeckt zu haben: Nachdem sich die Wolken mit rasanter Geschwindigkeit auf eine Höhe von 44 Kilometern aufgebaut hatten, sank der Wolkengipfel relativ plötzlich innerhalb von 30 Minuten um etwa 10 Kilometer - ein Phänomen, für das nach Ansicht der Forscher nur Regen verantwortlich sein kann.

DDP DDP

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