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Schutzbrille für Sonnenfinsternis: SoFi-Brillen werden im Internet für über 300 Euro gehandelt

Die Hersteller haben den Run auf die Schutzbrillen für die partielle Sonnenfinsternis über Deutschland unterschätzt. Die Sofi-Brillen sind nahezu ausverkauft. Im Netz hat ein Wettbieten eingesetzt.

Augenärzte warnen: Wer ohne spezielle Sofi-Brille in die Sonne schaut, riskiert Verbrennungen der Netzhaut und kann sogar erblinden

Augenärzte warnen: Wer ohne spezielle Sofi-Brille in die Sonne schaut, riskiert Verbrennungen der Netzhaut und kann sogar erblinden

Vor der Sonnenfinsternis am Freitag hat im Internet ein schwunghafter Handel mit den Schutzbrillen begonnen. Die einfachen Pappgestelle mit Spezialfolie, im Laden für rund drei Euro zu haben, wurden am Donnerstag für Preise von 40 Euro und mehr online versteigert.

Sogar für 329 Euro wurde eine Pappbrille angeboten. Experten gehen davon aus, dass die Hersteller den Run auf die Brillen unterschätzt haben. Das Problem dabei: Ungeschützt oder mit selbstgebasteltem Schutz sollte auf keinen Fall in die Sonne blicken. Dabei können die Augen schwer geschädigt werden.

Optiker verkaufte ungeeignete Brillen

Ein Optiker in Bayern hat zur Sonnenfinsternis versehentlich 3D- statt Schutzbrillen verkauft. In seinem Geschäft in Weißenhorn seien etwa 40 Brillen über den Ladentisch gegangen, die für die Sonnenfinsternis ungeeignet seien, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Mit solchen Brillen sind Augenschäden durch den Blick in die Sonne geradezu garantiert.

Deswegen ruft die Polizei Kunden des Optikers auf, die Brillen nicht für die Sonnenfinsternis zu verwenden oder sie gegebenenfalls bei dem Optiker zurückzugeben. Etwa 20 Brillenkäufer hat die Polizei bereits ausfindig gemacht.

Norden wird bewölkt sein

Ein fast wolkenloser Himmel soll am Freitag in weiten Teilen Deutschlands einen Blick auf das seltene Himmelsereignis ermöglichen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für viele Regionen einen klaren Himmel voraus. "Der komplette Norden wird aber stärker bewölkt sein, vor allem die Küstenregionen", sagte DWD-Meteorologe Andreas Würtz. Dort haben die Menschen der Prognose zufolge schlechte Aussichten, einen Blick auf die zu großen Teilen verdeckte Sonne zu erhaschen.

Je nach Standort beginnt der Neumond in Deutschland gegen 9.30 Uhr, sich vor die Sonne zu schieben. Eine gute Stunde später ist die größte Bedeckung erreicht. Sie beträgt in Flensburg etwa 82 Prozent, in München 68 Prozent. Gegen 12 Uhr ist das Spektakel vorbei.

Wer die Sonnenfinsternis in diesem Jahr nur hinter den Wolken erahnen kann, muss auf die nächste Chance erst einmal warten. Die nächste partielle Sonnenfinsternis in Deutschland findet am 25. Oktober 2022 statt. Eine totale Sonnenfinsternis über Deutschland gibt es erst wieder am 3. September 2081.

tob/DPA / DPA