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Spektakel am Morgenhimmel Sonne über Deutschland geht verfinstert auf


Der Dienstag beginnt mit einem seltenen Schauspiel: Erstmals seit vielen Jahren kann man in Deutschland wieder eine partielle Sonnenfinsternis bestaunen - wenn das Wetter mitspielt.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres wird es für kurze Zeit ein bisschen dunkler über Deutschland. Denn das Jahr 2011 beginnt mit einem beeindruckenden Naturschauspiel: In diesen Stunden können Himmelsgucker Zeugen einer partiellen Sonnenfinsternis werden, bei der in unseren Breiten ein beträchtlicher Teil der Sonnenscheibe verdunkelt wird. Wer nach Sonnenaufgang Richtung Südosthorizont blickt, wird die Sonne an diesem Morgen als Sichel sehen. Und je höher das Tagesgestirn anschließend am Morgenhimmel aufsteigt, desto größer wird der verfinsterte Teil der Sonne.

Der größte Bedeckungsgrad wird eine Stunde nach Sonnenaufgang - je nach Ort zwischen 9.18 Uhr (München) und 9.27 Uhr (Berlin) – erwartet. In dieser Phase werden in Süddeutschland gut drei Viertel der Sonnenscheibe vom Mond verfinstert sein, im Norden der Republik sogar mehr als vier Fünftel. Um 10.52 Uhr steht die Sonne dann wieder wie gewohnt als kreisrunder Lichtball am Firmament.

Wichtig: Augen schützen!

Das Schauspiel ist bei klarem Himmel von Nordschweden bis Äthiopien zu beobachten. In Deutschland allerdings könnte dichter Morgendunst den Blick trüben. Aber es gebe auch viele Wolkenlücken, macht Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach Hoffnung. "Man muss ein bisschen Glück haben."

Aber Vorsicht: "Wer das Ereignis bewundern möchte, muss unbedingt seine Augen schützen", warnt Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde. Geeignet dafür seien Sonnenfinsternisbrillen oder spezielle Schutzfolien. Auf keinen Fall sollten Himmelsgucker vermeintlichen Geheimtipps vertrauen und eine verfinsterte, aber immer noch blendende Sonne durch rußgeschwärzte Glasscheiben, belichtete Filme oder Sonnen- und Gletscherbrillen betrachten. Schlimme Verletzungen der Augen können die Folge sein. Wer gar durch ein Fernglas oder Teleskop ohne Spezialfilter auf die Sonne blickt, nimmt seine Erblindung in Kauf.

Unerfahrene Sonnenbeobachter, die das Naturereignis fotografieren oder mit einem Teleskop verfolgen wollen, sollten zuvor unbedingt fachmännischen Rat einholen, beispielsweise bei einer Volkssternwarte oder einem Astronomieverein.

Vergleichbares Schauspiel lässt auf sich warten

Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Neumond von der Erde aus gesehen vor die Sonne. Dabei wirft er einen Schatten auf bestimmte Regionen der Erde, mit der Folge, dass sich dort der Himmel verdunkelt, mal mehr und mal weniger. Denn der Mond verdeckt die Sonne entweder partiell, also teilweise, oder aber bei manchen Finsternissen auch komplett - je nachdem, ob der sogenannte Kernschatten des Mondes die Erde lediglich streift oder aber auf ihre Oberfläche trifft.

Zum sehr seltenen Schauspiel einer totalen Sonnenfinsternis kommt es nur in Regionen auf der Erde, über die der Mondschatten hinwegzieht. In Deutschland war dieses spektakuläre Naturereignis zuletzt im August 1999 zu bewundern. Für wenige Minuten wurde der Tag zur Nacht, Vögel verstummten, am Taghimmel leuchteten Sterne und Planeten auf. Die nächste totale Sonnenfinsternis hierzulande wird allerdings erst wieder im September 2081 zu sehen sein.

Eine partielle Sonnenfinsternis wird es in diesem Jahr noch drei Mal geben: am 1. Juni, 1. Juli und 25. November. Diese drei Himmelsschauspiele kann man von Mitteleuropa aus nicht beobachten. Dafür werden sich totale Mondfinsternisse am 15. Juni und 10. Dezember ereignen, die auch in Deutschland zu bestaunen sind.

AFP/DPA/joe DPA

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