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Klimawandel: Bedrohung durch Schlafkrankheit steigt

Breitet sich die gefährliche Schlafkrankheit in Afrika weiter aus? Eine neue Studie zeigt, dass sich durch den Klimawandel der Lebensraum der Tsetsefliege verändert. Sie überträgt die tropische Krankheit, die bis zu 77 Millionen weitere Menschen bedrohen könnte.

Infolge des Klimawandels sind Millionen Menschen im Süden Afrikas von einer Ausbreitung der gefährlichen Schlafkrankheit bedroht: Die Tsetse-Fliege, die die Krankheit überträgt, könnte infolge der Erderwärmung in neuen Regionen Afrikas heimisch werden, ergab eine Studie von US-Wissenschaftlern. Zusätzlich 40 bis 77 Millionen Menschen könnten im Jahr 2090 durch die Krankheit bedroht sein, die ohne eine medizinische Behandlung tödlich verlaufen kann.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich die Tsetse-Fliege und der Trypanosoma-Parasit, den sie überträgt, bei steigenden Temperaturen vermutlich ausbreiten werden. Bei einem Anstieg der Temperatur um 1,1 bis 5,4 Grad Celsius - je nach Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids - könnten Teile Ostafrikas für die Fliege zu heiß werden. Andere Gebiete in der Region sowie im südlichen Afrika hingegen, die zuvor zu kalt waren, würden zum Verbreitungsgebiet für die Tsetse-Fliege, fanden Wissenschaftler um Sean Moore von der US-Gesundheitsbehörde CDC durch Computersimulationen heraus. Demnach kann sich die Krankheit bei einer Durchschnittstemperatur von 20,7 bis 26,1 Grad verbreiten.

Im Verbreitungsgebiet der Schlafkrankheit leben derzeit 75 Millionen Menschen. Nach dem Stich durch die Tsetse-Fliege treten in der Regel rasch Fieber oder Kopfschmerzen auf. Später können Herzrhythmusstörungen, Gehirnentzündung und neurologische Störungen hinzukommen. Besonders auffällig sind Schlafstörungen und Schlaflosigkeit. Die Schlafkrankheit zählt zu einer Reihe gefährlicher Krankheiten, die sich Wissenschaftlern zufolge durch den Klimawandel ausbreiten können, darunter auch Cholera und Malaria.

cf/AFP / AFP