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Methoden-Check: Schönheit zum Kaufen

Von der Vitamin-Creme bis zur großen Operation: Das Angebot an Sanierungsmaßnahmen für den alternden Körper ist umfangreich. Ebenso groß sind die Versprechungen der Hersteller, Ärzte und Kosmetiker. Aber nicht alles nützt, und manches ist gefährlich.

Für schönere Haut, gegen Falten: Cremes und Peelings Cremes mit Feuchtigkeitsspendern (Moisturizern)

Solche Cremes können das Hautbild verbessern und das Gesicht etwas glatter erscheinen lassen. Sie wirken auf verschiedene Weise: Manche bilden einen Film, der die Verdunstung von Wasser einschränkt. Andere halten Feuchtigkeit im Inneren der Haut oder verbinden die obersten Hornzellen zu einer ebeneren Schicht. Viele Feuchtigkeitscremes enthalten auch Kollagen. Wie andere Moisturizer bindet es Feuchtigkeit und erzeugt einen Film, der die Haut ein wenig glatter wirken lässt. Kollagencremes sind allerdings nicht in der Lage, körpereigene Kollagenfasern zu ersetzen, haben also keinen Anti-Aging-Effekt. Ihre Wirkung hält nur für einige Stunden, wie bei anderen Feuchtigkeitsspendern auch.
Risiken: Die Cremes sind meist gut verträglich. Der Moisturizer Lanolin kann allerdings allergische Reaktionen auslösen, Harnstoff vorübergehend auf der Haut brennen.

Cremes mit den Vitaminen A (Retinol), C (Ascorbinsäure) oder E (Alpha-Tocopherol)

Wenn sie regelmäßig benutzt werden, können sie feine Fältchen etwas mildern. Retinol beschleunigt die Erneuerung der Oberhaut sowie die Kollagenproduktion in der darunter liegenden Lederhaut. Vitamin C bremst in der Lederhaut den Abbau von Kollagen und fördert dessen Produktion. Vitamin E hemmt die Kollagen zerstörenden Enzyme in der Haut.
Risiken: Vitamin E ist in der Regel gut verträglich, bei Vitamin C und Retinol kann es zu Rötungen oder Brennen der Haut kommen.

Cremes mit Tretinoin (Vitamin-A-Säure)

Eigentlich ist Tretinoin ein Anti-Akne-Mittel - und muss vom Arzt verschrieben werden. Es schält obere Hautschichten ab, beschleunigt ihre Neubildung und regt in der Lederhaut die Bildung von Kollagenfasern an. Nach einigen Monaten Anwendung wirkt die Haut glatter, kleinere Falten gehen zurück. Wer diesen Zustand beibehalten will, muss die Creme dauerhaft verwenden.
Risiken: Trockene Haut und Rötungen sind möglich. Außerdem gilt es, starke UV-Strahlung zu meiden - sonst drohen Pigmentflecken. Weil Tretinoin fruchtschädigend wirken kann, muss eine Schwangerschaft während der Behandlung unbedingt ausgeschlossen werden.

Chemische Peelings

Sie haben nichts mit "Rubbelcremes" zu tun, sondern lösen chemisch Schichten der Haut ab - je nach Substanz und Konzentration unterschiedlich tief und unterschiedlich schmerzhaft. Anwendungen mit Fruchtsäuren (zum Beispiel Glykolsäure) und mit Salicylsäure schälen nur oberflächlich, haben eine eher geringe Anti-Falten-Wirkung, sind dafür aber im Alltag verwendbar. Trichloressigsäure- und Phenol-Peelings zerstören die Oberhaut und Teile der Lederhaut. Sie lindern mitteltiefe (Trichloressigsäure) bis tiefe Falten (Phenol).
Risiken: Je nach Tiefe des Peelings kann das Gesicht leicht kribbeln, brennen oder auch stark schmerzen. Nach der Anwendung von Trichloressigsäure oder Phenol muss die Haut für mehrere Tage wie eine offene Wunde versorgt werden. Salicylsäure kann ins Blut gelangen und in großen Mengen zu Übelkeit, Erbrechen, Unruhe und Hörstörungen führen, Phenol zu Herzrhythmusstörungen. Außerdem ist bei Letzterem eine lokale Betäubung oder eine Vollnarkose notwendig. Entzündungen, Pigmentflecken und Narben sind möglich. Nach einem Peeling muss die Sonne eine Weile gemieden werden.

Mikrodermabrasion

Eine relativ sanfte Methode zur Behandlung von Fältchen: Winzige sterile Kristalle aus Aluminiumoxid werden mit Druckluft auf die Haut geschossen und sofort wieder abgesaugt. Dadurch werden die Zellschichten der Oberhaut abgetragen. Zumeist sind mehrere Behandlungen nötig.
Risiken: Das "Sandstrahlen" kribbelt auf der Haut und kann für einige Stunden eine Rötung hinterlassen. Nach der Behandlung UV-Strahlung meiden.

Gegen Falten: Laser, Spritzen, Operationen Lasern (Skin-Resurfacing)

Laser arbeiten mit Lichtwellen. Je nach Wellenlänge wird die Energie der Strahlen von unterschiedlichen Teilen der Haut aufgenommen. So können Zellen direkt verkocht oder benachbartes Gewebe durch Hitze verschmort und verödet werden. Das Skin-Resurfacing ist eine effektive, aber unangenehme Lasermethode, mit der sich tiefere Falten glätten lassen: Während der Patient lokal betäubt ist oder in einer Vollnarkose liegt, werden Zellen der Oberhaut und der oberen Lederhaut gelasert. Nach der Behandlung lösen sich die oberen Hautschichten ab, die Haut muss wie eine Wunde versorgt werden und kann über Monate gerötet bleiben. Frühestens sechs Wochen nach der Quälerei wird dann der Effekt sichtbar: Man kann zehn Jahre jünger wirken.
Risiken: Bei falscher Behandlung oder Infektionen kann es zu Narben oder Pigmentflecken kommen.

Lasern (Skin-Subsurfacing)

Diese Methode zur Faltenglättung ist sanfter als das Skin-Resurfacing, dafür aber allen- falls für flache Knitterfältchen geeignet. Die Haut wird so bestrahlt, dass die Oberhaut unverletzt bleibt und die darunter liegende Lederhaut sich erwärmt. So soll die Neubildung von Kollagenfasern angeregt werden.
Risiken: Die Behandlung ist gut verträglich, es können aber Rötungen und Bläschen auftreten.

Unterspritzen mit "Fillern"

Tiefere Falten, etwa zwischen Nase und Mund, werden häufig durch Unterspritzungen aufgepolstert. Ärzte arbeiten dabei mit verschiedenen "Fillern" wie Hyaluronsäure, Poly-L-Milchsäure oder Kollagen. Aufwendiger sind Unterspritzungen mit Eigenfett, das zuvor etwa aus der Hüfte abgesaugt werden muss. Hyaluronsäure-Gele sind weitverbreitet, gut verträglich und an Menschen getestet. Auch die Wirksamkeit von Kollagen ist belegt. Weniger gut untersucht ist der Effekt von Poly-L-Milchsäure. Die Wirkung einer Unterspritzung hält meist einige Monate bis wenige Jahre. Eher selten werden sogenannte permanente (nicht vom Körper abbaubare) Füllstoffe wie Acrylate oder Silikonderivate verwendet, die dauerhaft Falten aufpolstern.
Risiken: Filler-Injektionen können lokale Entzündungen auslösen, bei denen auch hässliche Knötchen entstehen - bei permanenten Fillern sogar dauerhaft. Rinderkollagen kann allergen wirken.

Botulinumtoxin-Injektionen (Botox)

Für die Behandlung tieferer Stirn- oder Nasenlippenfalten wird das Nervengift Botulinumtoxin in sehr geringer Dosierung mit einer feinen Nadel unter die Haut gespritzt. Es lähmt den Muskel, der die Falte in der darüberliegenden Haut entstehen lässt. Der Effekt hält zwischen zwei Wochen und acht Monaten an.
Risiken: Bei zu viel Botulinumtoxin kann das Gesicht maskenhaft aussehen. Zudem ist es möglich, dass auch benachbarte Gesichtsmuskeln außer Kraft gesetzt werden - und dass in der Folge etwa die Oberlider herabhängen. Und auch wenn die schnelle Anti-Falten- Spritze inzwischen häufig angewandt wird, sind nach wie vor Fragen offen. Erst kürzlich haben Wissenschaftler gezeigt, dass Botox im Tierversuch über die Nerven ins Gehirn wandern kann.

Lidstraffung

Das Strammziehen der Augenumrahmung gehört zu den gefragtesten Schönheitsoperationen - wobei sowohl oben als auch unten gestrafft werden kann. Der Eingriff erfolgt bei örtlicher Betäubung, im Dämmerschlaf (ohne Beatmung) oder unter Vollnarkose.
Risiken: Es können Schwellungen, Schmerzen, Blutergüsse, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Nervenschädigungen mit Taubheitsgefühl oder überschießende Narbenbildung auftreten. Wenn schlecht gearbeitet wird, ist eventuell kein korrekter Lidschluss mehr möglich. Sehr selten entsteht ein Bluterguss, der den Sehnerv abdrückt, sodass der Patient Gefahr läuft zu erblinden.

Facelift

Für ein klassisches Lifting macht der Operateur einen Schnitt von der Stirnmitte aus an der Haargrenze entlang bis hinter die Ohrläppchen. Dann löst er die Haut, entfernt überschüssiges Fett von Hals, Kinn und Wangen und strafft das Muskel- und Fasziengewebe.
Risiken: Auch hier kann es zu Schwellungen, Schmerzen, Blutergüssen, Infektionen, Wundheilungs- und Sensibilitätsstörungen und starker Narbenbildung kommen, auch Thrombosen oder Embolien sind möglich. Zudem liegen im operierten Bereich viele Nerven, Gefäße und Muskeln, die durch eine Verletzung bei dem Eingriff dauerhaft geschädigt werden können.

Gegen Hautveränderungen Lasern von erweiterten Äderchen

Mit einem Laser oder einer Blitzlampe werden unerwünschte Blutgefäße verschmolzen, ohne dass die umgebende Haut leidet. Meist sind mehrere Sitzungen nötig, bis die Äderchen unsichtbar werden. Das Ergebnis hält mindestens ein Jahr, bis sich andere Adern in der Nähe der behandelten Stelle weiten.
Risiken: Bei falscher Anwendung sind Pigmentflecken oder Narben möglich.

Lasern von Altersflecken und -warzen

Störende Flecke auf der Haut verschwinden nach der Behandlung durch unterschiedliche Laser, die entweder die Pigmente zerstören oder die Oberhaut inklusive der Pigmente abtragen. Auch Alterswarzen lassen sich mit einem Laser abschälen.
Risiken: Bei unsachgemäßer Anwendung entstehen helle oder dunkle Hautflecke oder Narben. Achtung: Pigmentflecken nur vom Hautarzt entfernen lassen. Denn bei Verdacht auf Schwarzen Hautkrebs (Melanom) oder einen bösartigen Pigmentfleck (Lentigo maligna) darf nicht gelasert werden!

Gegen Cellulite

Ob Cremes, Massagen, Hormone oder Bestrahlungen: Eine Vielzahl von Anti-Cellulite- Therapien weckt Hoffnung auf beulenlose Beine - aber ein Wundermittel gibt es nicht. Am ehesten helfen wahrscheinlich Kombinationsbehandlungen, die auf Bewegung, gesunde Ernährung, Cremes mit Retinol, Koffein oder Ruscogenin aus Pflanzenextrakten, entwässernde Massagen und Infrarot- oder Radiofrequenz- Bestrahlung setzen. Sichtbar sind aber nur leichte Erfolge.
Risiken: Vorsicht bei der Anwendung von Hormonen wie Androgenen. Im Einzelfall kam es zur Vermännlichung der Stimme.

Zur Straffung des Körpers Bruststraffung

Um schwerkraftgeplagte Brüste wieder aufzurichten, schneidet der Arzt in der Regel einmal senkrecht zur unteren Brustfalte und verkleinert dann den Hautmantel. Die Brustwarze wird entnommen und an passender Stelle in die gestraffte Brust wieder eingesetzt.
Risiken: Nach der Operation sind Schmerzen, Blutergüsse, Infektionen, Wundheilungsund Sensibilitätsstörungen, Thrombosen und Embolien möglich. Außerdem können breite Narben entstehen, die später korrigiert werden müssen.
Weitere Risiken: eine vorübergehende Überempfindlichkeit oder Taubheit der Brustwarzen. Schlimmstenfalls können sie dauerhaft taub bleiben oder sogar absterben.

Fettabsaugen

Bei der gängigsten Technik wird eine spezielle Flüssigkeit in das Unterhautfettgewebe gespritzt - meist an Oberschenkeln, Hüften, Bauch oder Taille. Sie wirkt als lokales Betäubungsmittel und macht das Fettgewebe besser absaugbar. Um es aus dem Körper zu befördern, führt der Arzt über kleine Hautschnitte eine lange Kanüle ein, die er immer wieder vor- und zurückschiebt und so die Fettzellen ablöst. Eine Vakuumpumpe saugt die Flüssigkeit mit dem Fett ab.
Risiken: Schmerzen, Blutungen, Infektionen. In bis zu neun Prozent der Fälle kommt es zu Komplikationen - bis hin zum Tod des Patienten. Denn die Reste des Betäubungsmittels aus der Flüssigkeit können in den Kreislauf gelangen und zu Atemstillstand führen. Außerdem werden beim Fettabsaugen Hautnerven durchtrennt - die Haut kann hinterher gefühllos sein.

Gegen Haarverlust Haarwasser

Sowohl Männer als auch Frauen können ab der Lebensmitte unter verstärktem Haarausfall leiden. Manchmal lässt er sich recht einfach behandeln: Bei leichten bis mittelschweren Fällen hat sich Haarwasser mit dem Wirkstoff Minoxidil als nützlich erwiesen. Bei einer Untersuchung half es zwei Dritteln der weiblichen Testpersonen und immerhin noch einem Drittel der Männer.
Risiken: Minoxidil ist gut verträglich. Es kann jedoch bei Frauen zu einer verstärkten Behaarung im Gesicht kommen.

Haarverpflanzung

Wer noch nicht kahl ist, kann sein verbliebenes Haar geschickt verteilen lassen: Zunächst entnimmt der Arzt unter örtlicher Betäubung kleinste Kopfhautteile mit Haaren, meist vom Hinterkopf. Jeder dieser Hautstreifen wird in winzige Stücke aufgeteilt, die jeweils einige Haare enthalten. Dann setzt der Operateur mit einem elektrischen Hohlbohrer kleinste Kanäle auf der kahlen Stelle und pflanzt die Haut-Haar-Stückchen dort ein.
Risiken: Schmerzen, Blutungen, Infektionen, Sensibilitätsverlust, verzögerte Wundheilung, Spannungsgefühl, Narbenwucherung. Die verpflanzten Haare können unnatürlich aussehen, da sie dicker als die restlichen Haare erscheinen. Eventuell sind Nachtransplantationen nötig, wenn weitere "alte" Haare in der Umgebung der Transplantate ausfallen.

Einweben, ankleben oder annähen von Haaren

Wer Verpflanzungen zu martialisch findet, kann seine lichten Stellen auch mit den Haaren anderer Menschen oder mit Kunsthaar verdecken lassen. Die falsche Fülle wird am verbliebenen eigenen Haar mit Kleber fixiert, mit ihm verflochten oder dort als Netz angenäht. Da das Zweithaar mit seiner Stütze herauswächst, sind pro Jahr rund sechs Sitzungen notwendig, um den optischen Effekt zu erhalten.

Anika Geisler, Nicole Heißmann Mitarbeit: Cord-Christian Becker, Janina Behrens

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