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Galaxy S10 vorgestellt: Zum Falten, gelocht und ein Preis von 2000 Euro - so will Samsung das Smartphone neu erfinden

Samsung hat gerade mit dem Galaxy S10 sein neues Spitzenmodell gezeigt. Die markanteste Neuerung: Ein Loch im Display. Eine echte Revolution verspricht aber eine weitere Neuvorstellung.

Galaxy Fold: So stellt sich Samsung die Zukunft des Smartphones vor

Galaxy Fold: So stellt sich Samsung die Zukunft des Smartphones vor

Es ist mal wieder soweit: Mit dem gerade vorgestellten Galaxy S10 will Samsung die Führerschaft im Smartphone-Markt zurückerobern. Nachdem die Entwicklung in den letzten Jahren etwas eingeschlafen war, legt Samsung nun mit gleich zwei sehr innovativen Konzepten vor. Fragt sich nur: Ist das wirklich das, was die Kunden wollen?

Samsung Galaxy S10: Spitzentechnik noch besser

Zumindest das Galaxy S10 dürfte sich großer Beliebtheit erfreuen. Nachdem Samsung letztes Jahr vor allem die kleineren Macken des S8 ausbügelte und sich beim S9 mit echten Neuerungen zurückhielt, lehnt man sich beim S10 wieder etwas weiter aus dem Fenster.

Beim Galaxy S10 schaut die Kamera durch ein kleines Loch im Display. Der Fingerabdruck-Sensor ist direkt im Bildschirm verbaut

Beim Galaxy S10 schaut die Kamera durch ein kleines Loch im Display. Der Fingerabdruck-Sensor ist direkt im Bildschirm verbaut

Hersteller

Die markanteste Neuerung ist sicher das Display - und das Loch darin. Bisher weigerte sich Samsung, den Rand oben am Display einzudampfen und ihn wie etwa Apple oder Huawei mit einer Aussparung ("Notch") zu ersetzen. Stattdessen tackern die Koreaner nun ein Loch direkt in den Bildschirm, aus dem dann die Frontkamera lugt, beim Plus-Modell ist das sogar eine Doppelknipse für Selfies. Auch der Fingerabdrucksensor steckt nun im Display, der Ultraschallsensor soll dabei sicherer sein als ähnliche Varianten der Konkurrenz. Ob man mit dem neuen Design wirklich Begeisterung auslöst, wird sich zeigen müssen. Die Debatte um Notches und Display-Ränder mag in der Tech-Branche unausweichlich gewesen sein, den meisten normalen Kunden war sie indes recht egal.

Da kann Samsung doch eher mit der Kamera hinten punkten. Wie schon Huawei verbaut nun auch Samsung eine Knipse mit gleich drei Linsen, einer regulären, einer Weitwinkel- und eine Tele-Linse. Die Kameras sollen nicht nur bei Fotos, sondern auch bei Videos punkten: Als erste Smartphones nehmen die Galaxys S10-Modelle Videos in HDR10+ auf.Ob Samsung sich damit tatsächlich die Poleposition beim wichtigen Rennen um die beste Kamera sichern kann, muss ein Test zeigen.

Unter der Haube steckt weiter Spitzentechnik. Die Displays sind 6,1 Zoll (S10), beziehungsweise 6,4 Zoll (S10 Plus) groß, natürlich mit Samsungs OLED-Technologie. Samsung verspricht das hellste Display (bis zu 1200 Nit) und die höchste Farbtreue am Markt. Der selbstentwickelte Prozessor dürfte wieder zu den schellsten der aktuellem Genration gehören. Als Datenspeicher stehen zwischen 128 GB und - wenn auch nur beim Plus - einem satten Terabyte zur Wahl.

Das hat allerdings seinen Preis: Mit einem Einstiegspreis von 900 Euro für das S10 und 1000 Euro für das S10 Plus und einem Spitzenpreis von 1600 Euro für das Spitzenmodell mit 1 TB Speicher sind die neuen Galaxys die teuersten klassischen Samsung-Smartphones aller Zeiten. Gut, dass es mit dem Galaxy S10e eine Sparversion gibt. Das mit  einer Doppelkamera und 5,8 Zoll Diagonale stark abgespeckte Modell kostet deutlich bezahlbarere 750 Euro. Die Geräte werden in den Farben Perlweiß, Schwarz und Grün erhältlich sein.

Das Galaxy Fold lässt sich als Smartphone (rechts) oder als Tablet nutzen

Das Galaxy Fold lässt sich als Smartphone (rechts) oder als Tablet nutzen

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Klappe zu: So sieht Samsung die Zukunft

Und dann ist da noch das Galaxy Fold. Das bereits im Herbst angeteaserte Falt-Smartphone ist Samsungs neuer Star. Das Gerät bietet sowohl ein kleines 4,6-Zoll- als auch ein riesiges 7,3-Zoll-Display - je nachdem, ob man es auf- oder zugeklappt benutzt. Für die schnelle Nachricht oder kurze E-Mails reicht dann das eingeklappte Display, will man zum Arbeiten oder Spielen mehr Platz, klappt man es einfach auf. Etwas ungewohnt: Mit einem Seitenverhältnis von 21:9 im eingeklappten und 4,2:3 im Tabletmodus weicht Samsung gleich zweimal vom etablierten 16:9, beziehungsweise 18:9-Format ab, das man von anderen Smartphones gewohnt ist.

Bei der Technik hat Samsung nicht gespart: Das Fold soll einen der schnellsten Prozessoren aller Zeiten auf Basis der 7-Nanometer-Bauweise haben, bringt unglaubliche 12 GB Arbeits- und 512 GB Datenspeicher mit. Auch bei den Kameras legt Samsung vor: Es sind gleich sechs an Bord. Drei auf der Rückseite als Hauptkamera, zwei Frontkameras im Tablet- und eine im Smartphone-Modus. Das Fold hat nicht nur einen, sondern gleich zwei Akkus.

Die Umsetzung des "Infinity Flex" genannten Displays ist beeindruckend. Mit Software-Tricks sorgt Samsung dafür, dass beim Aufklappen quasi sofort auch die Ansicht angepasst wird. Wer also nur kurz ein Bild vergrößern möchte, kann einfach auf- und dann wieder zuklappen. Zusätzlich kann man nun bis zu drei Apps auf einmal nutzen.

Einige Fragen - etwa zur Haltbarkeit und der Stoßfestigkeit des gebogenen Screens - wird man aber wohl erst beantworten können, wenn das Gerät eine Weile lang benutzt wurde.

Der Marktstart des Zukunfts-Smartphones ist für den 26. April geplant. Der Preis ist happig: Unfassbare 2000 Dollar verlangt Samsung für seine Smartphone-Vision. Einen Verkaufshit dürfte man damit nicht landen.