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Umweltrisiko Mikroplastik: In Hautcremes lauern gefährliche Stoffe

Granulatkügelchen oder Plastikpartikel in Hautcremes sind kaum wahrnehmbar. Doch für Umwelt und Gewässer stellen sie eine Gefahr dar. Im Bundestag wird nun über einen Mikroplastik-Ausstieg beraten.

Mikroplastikartikel in Hautcremes landen über das Abwasser oft in  Flüssen und sogar in Nord- und Ostsee

Mikroplastikartikel in Hautcremes landen über das Abwasser oft in
Flüssen und sogar in Nord- und Ostsee

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor Risiken für Umwelt und Gewässer durch die Verwendung von Mikroplastikpartikeln in Hautcremes. "Mikroplastik ist Teil eines globalen Umweltproblems", sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. Die winzigen Plastikabfälle gelangten vor allem durch Kosmetika in die Umwelt. Krautzberger: "Wir brauchen viele unterschiedliche Maßnahmen, je nach Region und Stand der Abfallentsorgung." Laut UBA werden bundesweit rund 500 Tonnen Mikroplastik jährlich in Kosmetika eingesetzt.

Minipartikel gelangen ins Meer

Das Thema wird am Donnerstag auch im Bundestag beraten. Die Grünen fordern einen Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastikpartikeln - sowohl in Kosmetika als auch in Reinigungsmitteln. Die Partei betont in einem Antrag, Granulatkügelchen würden bewusst Kosmetika und Körperpflegeprodukten wie Peelings oder Zahnpasta beigefügt. Nach Gebrauch landeten die Minipartikel im Abwasser. Kläranlagen könnten sie nicht vollständig rausfiltern. Ein Teil bleibe im geklärten Wasser und gelange in die Flüsse und ins Meer.

Die Grünen fordern die Bundesregierung daher auf, "dass für ungebundene Mikroplastikpartikel eine geregelte Entsorgung sichergestellt und eine Freisetzung in die Umwelt vollständig unterbunden wird". Das Bundesumweltministerium teilte mit, man führe Gespräche mit den Herstellerfirmen und deren Verbänden über einen raschen Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik in Kosmetik.

stb/DPA / DPA