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Erdgasförderung in Deutschland Umweltbundesamt fordert strenge Regeln für Fracking


In den USA ist Fracking äußerst umstritten - die Folgen für die Umwelt sind gravierend. Auch in Deutschland hat die Fördermethode viele Kritiker. Das Umweltbundesamt fordert eine strenge Regulierung.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat eine schnelle gesetzliche Regulierung der Erdgasförderung durch die umstrittene Fracking-Technologie gefordert. Die Bundesregierung habe zwar Anfang Juli ein Eckpunkte-Papier zum Thema Fracking vorgelegt, klare gesetzliche Vorgaben gebe es bisher aber nicht, bemängelte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Mittwoch bei der Vorstellung eines Fracking-Gutachtens in Berlin. "Diesen äußerst unbefriedigenden Zustand sollte der Gesetzgeber schnell beenden", verlangte Krautzberger.

Bei der Fracking-Methode wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Sand, Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltenen Erdgas zu fördern. Die Technologie, die beispielsweise in den USA weit verbreitet ist, ist umstritten, weil durch die eingesetzten Chemikalien das Trinkwasser verunreinigt werden könnte. Kritiker befürchten zudem, dass die Methode weitere Umweltschäden anrichten und Erdbeben auslösen könnte.

Schiefergasförderung ist umstritten

Vor allem die Schiefergasförderung ist umstritten, weil dabei Fracking in sehr viel größerem Ausmaß erforderlich ist als bei den bisher gängigen Anwendungen. Zentraler Bestandteil gesetzlicher Regelungen müsse ein Verbot der Gasförderung aus Schiefer- und Kohleflözgestein sein, forderte Krautzberger.

Außerdem gehörten eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Verbot jeder Form des Fracking in Wasserschutzgebieten in einen Gesetzestext, erklärte sie weiter. Eine besondere Vorsicht beim Wasser sei deshalb geboten, weil es laut dem Gutachten bisher keine klaren Regelungen zur Aufbereitung oder Entsorgung des Wassers gibt, das beim Bohren und Fracken benutzt wird und angereichert mit Chemikalien an der Oberfläche austritt. Es gebe an dieser Stelle noch "erheblichen Forschungs- und Entwicklungsbedarf", erklärte Krautzberger.

Überwachung des Grundwassers

Zum besseren Schutz des Wassers könnte eine permanente Überwachung des Grundwassers während des Fracking-Prozesses helfen, schlug das UBA vor. Ferner empfiehlt das Bundesamt ein verbindliches Fracking-Chemikalien-Kataster, damit jeder nachvollziehen kann, wo welche Stoffe eingesetzt wurden. Eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums kündigte am Mittwoch an, das Haus werde das UBA-Gutachten "sehr sorgfältig prüfen".

Während das UBA nur das Fracking zur Förderung von Schiefer- und Kohleflözgas verboten sehen will, plädierte der Deutsche Naturschutzring (DNR) am Mittwoch für ein umfassendes Verbot, das auch die bisherige Gasförderung aus konventionellen Lagerstätten in großer Tiefe und im Sandstein umfassen soll. Begründet wird dies vor allem mit der "drohenden Verschmutzung von Grund- und Trinkwasser, möglichen Austritten von Schadstoffen" sowie weiteren Risiken je nach Bodenbeschaffenheit, teilte der DNR mit. Für Energiewende und Klimaschutz sei die Gewinnung von Erdgas durch Fracking sowieso "unnötig und kontraproduktiv".

amt/AFP AFP

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