Verhütung Es geht auch anders


Seit einiger Zeit gibt es neben der Anti-Baby-Pille auch andere hormonelle Verfahren, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden. Diese Präperate müssen jedoch nicht geschluckt werden. Im Gegensatz zur Pille wirken sie nicht über den Magen-Darm-Trakt, sondern über den Blutkreislauf oder sogar lokal in der Gebärmutter. Der Vorteil liegt auf der Hand: eine geringere Hormon-Dosierung und somit auch weniger Nebenwirkungen.

Außerdem kommt es nicht zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. "Diese Verhütungsmethoden sind mindestens genauso sicher wie die Pille", erklärt Peter Schütte, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Frauenärzte. Langzeit-Erfahrungen gäbe es aber mit diesen Verhütungsmittel noch nicht. Die Versagerquote eínes Verhütungsmittels zeigt der Pearl Index an. Dieser Wert gibt an, wie viele von 100 Frauen innerhalb eines Jahres trotz Verhütung schwanger geworden sind. Um so niedriger der Index ist, um so sicherer ist das Verhütungsmittel. Der Pearl Index der Pille liegt zwischen 0,2 und 0,9.

Hormonstäbchen

Eine Alternative zur Pille ist das streichholzgroße Hormonstäbchen, das in den Oberarm direkt unter die Haut implantiert wird. Das Kunststoffstäbchen schüttet Gestagen in den Blutkreislauf aus. Es wirkt für eine Dauer von drei Jahren. Angeblich soll das Verhütungsstäbchen 100 Prozent sicher sein. Der Pearl Index ist 0.

Vaginalring

Wie ein Tampon wird der 54 Milimeter dünne, flexible Kunststoffring in die Scheide eingeführt. Dort bleibt er drei Wochen und schüttet die Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen aus. Danach folgt eine Woche Pause. Wie bei dem Hormonstäbchen entfalten die Hormone ihre Wirkung über den Blutkreislauf. Der Pearl Index liegt bei 0,65.

Hormonpflaster

Relativ neu ist das Hormonpflaster. Erst seit August 2003 ist dieses Verhütungspflaster in Deutschland auf dem Markt. Jede Woche muss die Patientin das 4,5 mal 4,5 Zentimeter große Pflaster erneuern. Es kann auf dem Bauch, dem Oberkörper (außer Brustbereich), dem Po oder die Außenseite des Oberarms angebracht werden. Wie bei dem Vaginalring setzt das Pflaster drei Wochen lang Östrogen und Gestagen frei. Die vierte Woche bleibt pflasterfrei. Der Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft ist mit einem Pearl Index von 0,1 ziemlich sicher.

Hormonspirale

Die Hormonspirale wirkt im Gegensatz zu den oben genannten Verhütungsmitteln nicht über den Blutkreislauf, sondern lokal in der Gebärmutter. Der elastische Kunststoffzylinder wird direkt in die Gebärmutterhöhle einlegt und setzt dort Gestagen frei. Dadurch verdickt sich wie bei der Pille der Schleim im Gebärmutterhals. Die Spermien können nicht in die Gebärmutter vordringen. Darüber hinaus hemmt das Hormon die Beweglichkeit der Spermazellen. Einen Eisprung verhindert die Hormonspirale jedoch nicht. Ein Ei kann sich aber in der Gebärmutter nicht einisten, da sich die Schleimhaut langsamer als normal aufbaut. Der Pearl Index dieser Spirale liegt zwischen 0,1 und 0,2.

Irena Güttel

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