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Zeitumstellung 2010: Am Sonntag beginnt die Winterzeit

In der Nacht zum Sonntag, 31. Oktober, startet in Deutschland die Winterzeit. Die Nacht wird dadurch länger, denn die Uhren werden um drei eine Stunde zurückgestellt.

Langschläfer und Nachtschwärmer können sich freuen. Mit Ende der Sommerzeit wird die Nacht von Samstag zum Sonntag um eine Stunde verlängert. Um 3.00 Uhr werden die Uhren um eine Stunde auf 2.00 Uhr zurückgestellt. Damit gilt in der gesamten Europäischen Union wieder die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Der Weg zur Arbeit ist dann für Beschäftigte und Schüler wieder etwas leichter: Morgens ist es früher hell, dafür wird es abends eher dunkel.

Ursprünglich sollte die gewonnene Stunde Tageslicht Energie sparen helfen. Doch die Rechnung ist nicht aufgegangen: "Die Sommerzeit bringt keine spürbaren oder messbaren Energieeinspareffekte", sagte ein Sprecher des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft.

Biorhythmus kommt durcheinander

Durch die Zeitumstellung gerät bei vielen Menschen allerdings der Biorhythmus durcheinander. In der Regel braucht der Körper einige Tage, um sich daran zu gewöhnen. Laut einer Umfrage der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) von 2009 macht die Zeitumstellung im Herbst jeder dritten Frau zu schaffen. Betroffene kämpfen mit Müdigkeit und Schlafstörungen, sind gereizt und unkonzentriert. Hingegen gab nur jeder fünfte Mann an, Probleme zu haben. Um besser in den neuen Rhythmus zu kommen, empfehlen Experten, auf die innere Uhr zu hören und am Sonntag nicht krampfhaft eine Stunde länger zu schlafen.

Auch Kleinkinder reagieren oft empfindlich. Jedes zweite Kind unter drei Jahren und jedes dritte vier- bis sechsjährige Kind war laut Umfrage tagelang quengelig, müde oder hatte Schlafstörungen. Auch an jedem vierten Schulkind ging der Zeitwechsel nicht spurlos vorüber, wobei Jungen in größerem Umfang Probleme mit Schlafstörungen und Kozentrationsschwächen hatten als ihre weiblichen Altersgenossen. Experten zufolge kann es eine bis mehrere Wochen dauern, bis bei Kindern die "gefühlte" Zeit wieder der tatsächlichen Uhrzeit entspricht.

In Braunschweig wird über die Zeit gewacht

Technisch funktioniert hingegen alles reibungslos: Für Deutschland ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig die "Hüterin der amtlichen Zeit". Die PTB- Wissenschaftler sorgen seit Einführung der Sommerzeit vor 30 Jahren dafür, dass alle öffentlichen und privaten Funkuhren das entscheidende Signal bekommen.

"Der Sender in Mainflingen bei Frankfurt ist längst programmiert. Das ist alles narrensicher", betonte PTB-Sprecher Jens Simon. Eine Panne habe es in all den Jahren nie gegeben, die Umstellung sei reine Routine und so würden selbst PTB-Mitarbeiter den entscheidenden Moment um 2.00 Uhr verschlafen.

Eine "Winterzeit" gibt es übrigens streng genommen nicht. Von Sonntag an gilt bis zum letzten Wochenende im März 2011 einfach die normale Mitteleuropäische Zeit (MEZ) wieder. Dann wird wieder auf Sommerzeit umgestellt.

DPA/AFP/lea / DPA
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