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Zwei Millionen Jahre alte Skelette: Der Urahn des Menschen wird enträtselt

Forscher glauben anhand von zwei Millionen Jahre alten Fossilien, unseren Urahn gefunden zu haben: Australopithecus sediba. Muss nun der Stammbaum des Menschen umgeschrieben werden?

Von Lea Wolz

Etwa 10 bis 13 Jahre alt dürfte der Junge gewesen sein. Vor rund zwei Millionen Jahren durchstreifte er mit einer Frau eine Region nördlich vom heutigen Johannesburg. Um die 30 Jahre alt war seine Begleiterin wohl. Ob und wie die beiden verwandt waren, ist nicht geklärt. Sicher ist allerdings: Beide stürzten vermutlich in einen unterirdischen Tümpel und wurden dort über Jahrmillionen hinweg konserviert - zusammen mit tierischen Überresten von Säbelzahnkatzen, Antilopen und Ratten.

Im Jahr 2008 stießen Forscher im südlichen Afrika auf die Überreste dieser bis dahin unbekannten Vormenschenart, der sie den Namen Australopithecus sediba gaben. Über den spektakulären Fossilienfund berichteten südafrikanische und australische Wissenschaftler bereits vor einem Jahr. Nun hat ein Team aus 80 Wissenschaftlern die Knochen des Kindes und der Frau genau untersucht - und kommt zu erstaunlichen Schlüssen.

Einblick in die Geschichte der Menschwerdung

Demnach könnte Australopithecus sediba eher als direkter Vorfahre der Gattung Homo infrage kommen als zum Beispiel frühere Entdeckungen wie der Homo habilis. Zur Gattung Homo zählen auch die heute lebenden Menschen. Die Fossilien liefern damit einen wichtigen Einblick in die Geschichte der Menschwerdung. Über ihre Untersuchung der zwei Millionen Jahre alten Skelettüberreste berichten die Wissenschaftler um Lee Berger von der südafrikanischen University of Witwatersrand nun in fünf Publikationen im Wissenschaftsjournal "Science".

Unter die Lupe genommen haben die Forscher eine nahezu komplett erhaltene Hand, das Becken, den Schädel und neu gefundene Fuß- und Knöchelüberreste der beiden Vormenschenskelette, die in der Fachwelt auch als "MH 1" und "MH 2" bezeichnet werden. Mithilfe einer bestimmten Datierungsmethode gelang es ihnen zudem, das Alter der Fossilien genauer zu bestimmen, als dies bislang möglich war. Die Überreste dieser Vormenschenart sind demnach 1,98 Millionen Jahre alt - und bieten damit einen Blick in die Übergangszeit des Vormenschen Australopithecus, einer Stufe zwischen Affe und Mensch, zum Urmenschen Homo.

"Die Fossilien könnten dabei helfen, ein großes Rätsel zu lösen", sagt Peter Schmid von der Universität Zürich, der ebenfalls an der Untersuchung beteiligt war. "Wie hat sich der Übergang abgespielt?"

Übergang vom Affen zum Menschen

Das Besondere: "Von keinem anderen Frühmenschen sind so viele wichtige Teile erhalten", sagt Anthropologe Schmid. Dabei zeigen die Fossilien, dass Australopithecus sediba ein Wesen des Übergangs war: Er vereinte laut Erstentdecker Lee Berger moderne und affenähnliche Merkmale, wie dies bis jetzt bei keinem anderen frühen Vorfahren des Menschen beobachtet werden konnte. "Die Fossilien deuten auf ein bereits modernes, aber auch kleines Gehirn hin, eine weit entwickelte Hand mit einem langen Daumen wie beim Menschen und ein modernes Becken", sagt Berger.

Anders sei es allerdings um die Fuß- und Knöchelform bestellt, die sowohl affenartige als auch menschliche Merkmale aufweist. Die Forscher gehen daher davon aus, dass Australopithecus sediba bereits aufrecht ging, aber auch noch einen Großteil seiner Zeit mit Klettern verbrachte. Und noch etwas anderes verrät Anthropologe Schmid: Auch der Schultergürtel und die Arme seien sehr ursprünglich. Veröffentlichungen zu diesen gefundenen Überresten sind allerdings erst für den Dezember geplant - und sie dürften die Diskussion unter den Urmenschenforschern weiter anheizen.

Filigrane Hand

Bereits fortschrittlich war hingegen die Hand von Australopithecus sediba. "Wir haben das Glück, dass wir hier die Hand eines einzelnen Individuums untersuchen konnten, und die Knochen nicht wie bei anderen Ausgrabungen von verschiedenen Individuen derselben Art zusammengestückelt werden mussten", sagt Schmid. Deutlich sichtbar wurde so, dass der Urahn des heutigen Menschen kürzere Finger, einen sehr langen Daumen und einen robusten Mittelhandknochen besaß. Er dürfte sie daher wohl ebenso zum Herstellen von Werkzeugen benutzt haben wie zum Klettern. Da die Hand von Australopithecus sediba moderner ist als die des Homo habilis, könnte er ein früherer Werkzeughersteller gewesen sein, vermutet die Hauptautorin der Hand-Studie, Tracy Kivell vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie aus Leipzig.

Überrascht waren die Wissenschaftler auch von der Struktur des Gehirns. Um diese zu ermitteln, ließen die Forscher den Schädel des Jungen am European Synchrotron Radiation Facility in Grenoble mit Röntgenstrahlen untersuchen - in bisher nie erreichter Auflösung. Das Bemerkenswerte: Der rechte Frontallappen war bereits vergrößert, ähnlich wie dies beim heutigen Menschen der Fall ist, und auch das für die Sprache wichtige Broca Areal war bereits zu erkennen.

Kleiner Kopf, großes Becken

Und noch etwas anderes fasziniert die an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler: Die Größe des Beckens stellt zusammen mit dem kleinen Schädel des menschlichen Urahns gängige Theorien zur menschlichen Entwicklung infrage. So nehmen manche Forscher bis jetzt an, dass erst die Vergrößerung des Gehirns zu einer Vergrößerung des Beckens geführt habe - um so den Geburtsvorgang zu ermöglichen. "Bei Australopithecus sediba war das Gehirn allerdings klein", sagt Schmid. "Der Geburtsvorgang war daher leicht und kann die Form des Beckens gar nicht beeinflusst haben." Er vermutet daher, dass die Veränderungen auf Anforderungen zurückgehen, die der aufrechte Gang mit sich gebracht hat.

Australopithecus sediba - und damit nicht der in Ostafrika entdeckte Homo habilis oder Homo rudolphenis - stellt das entscheidende Bindeglied auf dem Weg zur Menschwerdung dar, ist Anthropologe Schmid überzeugt. "Wir haben damit einen idealen Übergangskandidaten, da wir ein Mosaik an affenartigen und bereits menschlichen Merkmalen vorliegen haben", sagt er. "Aber wir müssen dieses Mosaik nun entschlüsseln und uns die Frage stellen, was damals abgelaufen ist." Die Diskussion unter den Urmenschenforschern ist damit eröffnet.

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