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"The Scoop on Poop": Zoo lockt mit Exkrementen

Wer "The Scoop on Poop" besucht, kann fußballgroßen Elefantenkot, Videos sich erleichternder Nashörner und nach Dung stinkende Pflanzen sehen. Nicht etwa ein kalkulierter Skandal eines Aktionskünstlers - eine Ausstellung im Dienste der Wissenschaft.

Auch niedliche Tiere haben eine Rückseite: Der Zoo von Miami widmet eine ganze Ausstellung den Exkrementen seiner Bewohner. Auf 450 Quadratmetern präsentiert "The Scoop on Poop" die heuartigen Hinterlassenschaften von Elefanten, die die Größe eine Fußballs erreichen, die bohnenförmigen Köddelchen des Stachelschweins und die fellüberzogenen Würste des Schwarzbären. Die Organisatoren betonen jedoch, ihnen gehe es nicht darum, die Besucher zu schockieren, sondern allein um die Wissenschaft.

243 Kilo Kot in 24 Stunden

Kinder zwei Modelle von Mistkäfern in einem Rennen gegeneinander antreten lassen, während andere sich mit einem Pappaufsteller von einem Plumpsklo fotografieren lassen. Mit dem Mikroskop lassen sich Parasiten in den Exkrementen untersuchen. Die Kinder können sich auch auf einer speziellen Waage wiegen, die angibt, wie lange ein Elefant benötigt, um ihr Gewicht zu verdauen. Die Zoomitarbeiter tragen kleine Anstecknadeln mit Plastikwürsten und verteilen Süßigkeiten mit braunem Schokoladenüberzug.

Die wohl ekligste Aufgabe in Vorbereitung auf die Ausstellung bekamen allerdings die Elefantenpfleger übertragen. Sie mussten wiegen, wie viel Kot der indische Elefant "Dahlip" innerhalb von 24 Stunden produziert. Die Antwort: 243 Kilogramm. Ein Ehepaar, langjährige Freunde des Zoos, zeigte sich von der Ausstellung so begeistert, dass es ein ganz besonderes Stück als Leihgabe zur Verfügung stellte. Die beiden sind im Besitz eines Haufens, den das Rennpferd "Secretariat", Gewinner der berühmten Triple-Crown-Rennen von 1973, einst fallen ließ. Geschützt von einem Glassturz soll der edle Mist in einigen Wochen der Ausstellung hinzugefügt werden.

Außerdem können die Zoobesucher Pflanzen riechen, die den Gestank von Dung imitieren, um Fliegen zur Bestäubung anzulocken. In kurzen Filmen wird zum Beispiel gezeigt, wie ein Nashorn seine Haufen verteilt und so sein Revier markiert. "Wir wollen keine eklige Ausstellung schaffen, in der es allein um die Schockwirkung geht", sagte einer der Organisatoren, Chad Peeling. "Unser Ziel war es, die Menschen und besonders Kinder zum Nachdenken anzuregen über die Dinge, über die Erwachsene nicht gerne sprechen."

Auch auf YouTube zu sehen

Es ist nicht die erste Ausstellung, die sich dem Kot widmet. So tourte "All the Poop" 2001 durch Japan, eine andere Ausstellung zum Thema wurde bereits in England gezeigt. Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich der Zoo dennoch nicht beklagen. Ein Werbespot, der noch gar nicht im Fernsehen gezeigt wurde, ist bereits beim Online-Video-Portal YouTube zu sehen. Die Ausstellung basiert auf einem Buch aus dem Jahr 2001 und war bereits in Virginia zu sehen. Nach dem Ende der Ausstellung in Miami geht es weiter nach Philadelphia, Pittsburgh und Redding in Kalifornien.

Jessica Gresko/AP / AP
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