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Steinzeit: Kot der ersten Amerikaner gefunden

Forscher haben in den USA 14.300 Jahre alte menschliche Exkremente entdeckt. Der alte Kot ist eine Sensation, denn er zeigt, dass die ersten Menschen mindestens 1000 Jahre früher in Amerika lebten, als bislang angenommen wurde.

In einer Höhle im US-Bundesstaat Oregon entdeckten Forscher erstaunlich alte Spuren menschlicher Besiedlung. Sie fanden versteinerte Exkremente, die rund 14.300 Jahre alt sind. Der Fund zeige, dass die ersten Menschen mindestens 1000 Jahre früher in Amerika lebten, als bislang gedacht, berichtet ein internationales Forscherteam in der Online-Ausgabe des Fachjournals "Science". Die Forscher analysierten auch Gene im Kot, wobei sich Verbindungen zu Menschen in Sibirien zeigten. Die Gruppe um Thomas Gilbert von der Universität Kopenhagen korrigierte mit der Arbeit die Annahme, wonach die bisher allgemein anerkannte erste menschliche Kultur in Amerika, die etwa 13.000 Jahre alte Clovis-Kultur sein soll.

"Es ist das erste Mal, dass direkte menschliche Überreste gefunden wurden, die älter sind als die bekannte Clovis-Kultur", sagt Michael Hofreiter vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Er war an der genetischen Analyse der menschlichen Überreste beteiligt, die aus den Paisley-Höhlen stammen. Bisher seien immer nur Steinwerkzeuge gefunden worden, bei denen es wesentlich schwerer sei ein genaues Herkunftsjahr zu bestimmen, als bei menschlichen Überresten. "Diese Studie ist damit der erste Beweis dafür, dass die Clovis-Kultur nicht die erste Besiedlungswelle in Amerika gewesen ist", sagt Hofreiter.

Neben menschlicher DNA fanden die Forscher in den versteinerten Exkrementen auch Spuren von tierischem Erbmaterial, vor allem von Hundeverwandten. Ob die fossilen Exkremente aber nun von Tieren stammen oder von Menschen, sei für die Ergebnisse irrelevant, sagt Dennis Jenkins von der Universität von Oregon. "Egal, wie sie die Häufchen betrachten - Menschen und Hunde waren auf jeden Fall vor 14.000 Jahren im Abstand von wenigen Tagen am selben Ort", erläutert der Forscher.

DPA/DDP / DPA