Archäologie-Fund Angkor Wat war größte Stadt der Welt


Um die berühmte Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha hat ein internationales Forscherteam jetzt "die größte vorindustrielle Siedlung der Welt" entdeckt - sie war mehr als 1000 Quadratkilometer groß. Möglich war das nur mit einem ausgeklügelten Wasserversorgungssystem.

Das Archäologenteam um Damian Evans von der Universität Sydney berichtet in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) von ihren neuen Erkenntnissen. Die Ruinen aus der Zeit vom 9. bis 16. Jahrhundert waren über ein komplexes Bewässerungssystem miteinander verbunden, heißt es weiter. Mithilfe von Radarmessungen der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa gelang es den Forschern, eine Karte dieser Siedlungen zu erstellen.

Riesiges Wasserversorgungssystem

Das System der Wasserversorgung habe den Bewohnern von Angkor Wat auch in Zeiten des Monsuns und seiner häufigen Überschwemmungen sauberes Trinkwasser zugeführt, führten die Forscher weiter aus. Außer dem Netz von Wasserleitungen entdeckten die Archäologen Spuren von mehr als tausend künstlich angelegten kleinen Seen und wenigstens 74 zuvor übersehene Tempel. Die Anlagen von Angkor Wat, die im 12. Jahrhundert vermutlich unter der Herrschaft von König Suryavarman II. erbaut wurden, gelten als größtes religiöses Bauwerk der Erde und als einzigartiges Zeugnis der Khmer-Kultur. Die Unesco hat die Ruinen 1992 zum Weltkulturerbe erklärt. Sie liegen rund 240 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Phnom Penh.

Das Team mit Experten aus Australien, Kambodscha und Frankreich trug für das Projekt jahrelang Daten aus alten, handgemalten Karten, Bodenvermessungen, Luftaufnahmen und Radarmessungen mit Instrumenten der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa und des Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) zusammen. Aus ihnen erstellte es die erste Karte von der "größten Siedlung der Welt aus der vorindustriellen Zeit" rund um den Tempel Angkor Wat. Schlüsse über den Fall des mittelalterlichen Imperiums in Südostasien ließen die Daten vorerst nicht zu. (Fachartikel-Identifikationsnummer: DOI/10.1073/pnas.0702525104)

DPA DPA

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